Marilyn Manson - We Are Chaos - Cover
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Marilyn Manson We Are Chaos


  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
8/10 Leserwertung Stimme ab!

Marilyn Manson begibt sich auf die Fährte von David Bowie und findet damit zurück zu alter Stärke.

Nachdem Marilyn „Antichrist Superstar“ Manson alias Brian Warner (51) mit seinen Alben für ein paar Jahre ziel- und planlos umhergeisterte, hatte ihn der eigentlich in der Filmmusik beheimatete Produzent Tyler Bates (55) mit „The Pale Emperor“ (01/2015) und „Heaven Upside Down“ (10/2017) wieder einigermaßen auf Spur gebracht und den Schockrocker aus seiner kreativen Talfahrt befreit. Umso größer war deshalb die Überraschung, als Manson ankündigte, sein neues Werk zusammen mit Shooter Jennings (41), dem Sohn von Country-Ikone Waylon Jennings, der genau wie es sein Vater war, stilistisch in der Outlaw-Country-Musik zuhause ist, einzuspielen.

Aber nun gut. Ein bisschen Chaos und Irrsinn gehört bei Marilyn Manson einfach dazu. Und da bei den Aufnahmen auch das Band-Line-up fast wie üblich gehörig durcheinandergewirbelt wurde, ist eigentlich alles normal im Kosmos des Absinth-Liebhabers, der nun mit „We Are Chaos“ sein mittlerweile elftes Studioalbum vorlegt, mit dem er an seine frühen Glanztaten wie „Mechanical Animals“ (09/1998) anknüpfen möchte, auf dem Manson Glam- und Hardrock sowie New Wave und Popmusik so gekonnt miteinander verbunden hatte, dass für ihn erstmals weltweite Top-10-Chart-Platzierungen heraussprangen.

Bild

Mit „We Are Chaos“ verbindet er nun den Industrial-Rock früher Tage („Red black and blue“, „Infinite darkness“) mit unverschämt eingängigen Popmelodien, die ganz offensichtlich den Geist David Bowies atmen („We are chaos“, „Don’t chase the dead“). Das geht sogar so weit, dass balladeske Stücke wie „Half-way and one step forward“ mit ihrer Mischung aus Gothic-Rock, dunklen Pianotupfern und etwas kitschiger Lyrik („You got champagne problems. Past the point of no return“) insgesamt an die Herren von H.I.M. gemahnen. Das alles folgt einem Konzept, das weniger Komplex ausfällt und so geschmeidig wie noch nie bei Marilyn Manson ins Ohr geht.

Eine Folge dieser wiedergefundenen Pop-Affinität sind eher zahme Texte, die keinen „Parental Advisory“-Sticker auf dem Cover erzwingen und Songs, die so knackig und kompakt geraten sind, dass „We Are Chaos“ der bis dato kürzeste Longplayer in der Historie Marilyn Mansons geworden ist. So machen Manson und seine Musiker keine Pausen zwischen den Stücken, die durch wir aus einem Guss klingen und so manche Überraschung bereithalten. Da klingt dann ein Track wie „Keep my head together“ wie eine rockig-verzerrte Version eines Oasis-Songs (!) und „Solve Coagula“ wie ein herrlich inszenierter Abgesang („I'm not special, I'm just broken and I don't wanna be fixed“), der in das finale Highlight „Broken needle“ mündet und damit ganz laut verkündet: Marilyn Manson ist endlich wieder in alter Stärke zurück!

Anspieltipps:

  • Perfume
  • We are chaos
  • Broken needle
  • Solve Coagula
  • Don’t chase the dead
  • Keep my head together
  • Credit Header-Bild: Caroline Records

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