Miley Cyrus - Plastic Hearts - Cover
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Miley Cyrus Plastic Hearts


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 38 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
3.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Miley Cyrus macht ein bisschen auf Rock’n’Roll und erklärt die E-Gitarre zu einem der dominierenden Instrumente auf „Plastic Hearts“.

Ungeduldig und lang haben die Fans auf das siebte Studioalbum von Miley Cyrus gewartet, das ursprünglich für Sommer 2019 angedacht war und dann aus verschiedensten Gründen inkl. Corona-Pandemie mehrere Ehrenrunden drehen musste, bis es endlich im Winter 2020 veröffentlicht werden konnte. Dabei hatte es Miley Cyrus eigentlich ziemlich eilig gehabt, um ein paar Dinge geradezurücken.

Ihr letztes Werk „Younger Now“ (09/2017) stellte eine Rückkehr zu Mileys Country-Pop-Wurzeln dar, konnte die 28-Jährige am Ende aber scheinbar nicht recht überzeugen. Es wurden lediglich zwei Singles ausgekoppelt und keine Tournee zu dem Album gemacht. Dies schlug sich natürlich auf die Verkaufszahlen nieder, die vergleichsweise gering ausfielen. Doch Miley Cyrus war gedanklich bereits viel weiter und plante einem erneuten Stilwechsel, für den sie sich mit dem britischen Produzenten Mark Ronson (Queens Of The Stone Age, Robbie Williams, Amy Winehouse) zusammentat. Aber wie heutzutage üblich, war Mark Ronson nicht der einzige Kreativkopf, der an den neuen Songs beteiligt war.

So kamen noch die Produzenten und Songwriter Ryan Tedder (Ed Sheeran, Beyoncé, Taylor Swift), Andrew Wotman (Ozzy Osbourne, 5 Seconds Of Summer, Post Malone), Michael Pollack (Maroon 5, Charli XCX, Katy Perry), Louis Bell (Lorde, Selena Gomez, Camila Cabello), Andrew Wyatt (Liam Gallagher, Bruno Mars, Florence + The Machine) und Alexandra Tamposi (Kelly Clarkson, Yungblud, Shawn Mendes) ins Spiel, während sich am Mikrofon so ungewöhnliche Gäste wie Billy Idol, Joan Jett und Dua Lipa die Studiotür in die Hand gaben. Der Plan dahinter: Miley Cyrus macht nun – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – auf Rock’n’Roll und erklärt die E-Gitarre zu einem der dominierenden Instrumente von „Plastic Hearts“.

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Die Stimme dazu hat die 28-Jährige allemal. Gegerbt durch Alkohol und Rauchwaren wird sie gefühlt von Album zu Album tiefer, sodass ihr der Auftritt als Rockröhre leichtfällt („WTF do I know“) und auch die Balladen nie zu sehr ins Süßliche abdriften („Angels like you“). Doch wer nun ein konsequentes Rockalbum erwartet, hat die Rechnung ohne die Nacktschnecke aus Tennessee gemacht. Denn ganz ohne radiotauglichen Pop („Prisoner“) und Zitate geht es auch auf „Plastic Hearts“ nicht, wobei zumindest auch hier immer ein gewisser Retro-Einfluss zu spüren ist. Dieser ist wiederum den Gastauftritten von Billy Idol und Joan Jett geschuldet, die knietief für die 80er Jahre stehen.

So steht unterm Strich ein kurzweiliges Popalbum, das ein bisschen Rock’n’Roll sein möchte, was sich schlussendlich mehr in der Attitüde, als im Sound äußert. Trotzdem kann der Hörer spüren, dass Miley Cyrus auch auf diesem Album aus den gängigen Rollen eines Popstars ausbrechen will. Dazu war ihr bei ihren öffentlichen Auftritten bis jetzt fast jedes Mittel recht. Nur in Sachen Musik scheint sie noch immer auf der Suche zu sein, auch wenn ihr Bemühen bemerkenswert ist. Bis dahin muss sie noch lernen, dass ihre wenigen tiefgehenden Texte immens an Wirkung verlieren, wenn diese in der Produktion untergehen („Never be me“, „Golden g string“) und dass die Suche nach der eigenen künstlerischen Identität nicht leichter wird, wenn man sich an die musikalischen Vorbilder der Kindheit anlehnt.

Anspieltipps:

  • Hate me
  • Never be me
  • Midnight sky
  • Angels like you
  • Gimme what I want
  • Credit Header-Bild: Sony Music

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