Fury In The Slaughterhouse - Now  - Cover
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Fury In The Slaughterhouse Now


  • Label: Starwatch/Sony Music
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Fury In The Slaughterhouse haben bei ihrem Comeback nichts verlernt und präsentieren sich melodieselig und rockig wie eh und je.

Vor vier Jahren feierten Fury In The Slaughterhouse aus Hannover ihr 30-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass kehrte die Band aus dem Ruhestand zurück, absolvierte diverse Konzertreisen, spielte einige Festivals und brachte sowohl eine umfangreiche Hit-Sammlung auf drei CDs („30“, 03/2017) sowie ein Akustik-Doppelalbum („Little Big World“, 09/2017) auf den Markt. Dabei hat es zwischen Kai Wingenfelder (Gesang), Thorsten Wingenfelder (Gitarre), Christof Stein-Schneider (Gitarre), Gero Drnek (Keyboards), Christian Decker (Bass) und Rainer Schuman (Schlagzeug) offenbar wieder gefunkt. Denn nach zehn Jahren Studiopause und dem „Don’t Look Back“-Album (03/2008), haben sich die U2 Niedersachsens wieder zusammengefunden, um ihre eigene Legende aufleben zu lassen.

Ins Studio ging es erstmalig mit dem ausgewiesenen Rock-Produzent Vincent Sorg (Die Toten Hosen, Donots, Broilers, In Extremo, Böhse Onkelz, Kreator), der dem typischen Fury-Sound ein bisschen auf die Sprünge helfen sollte. Entsprechend wuchtig donnern Songs wie „1995“ und „Letter to myself“ aus den Boxen und schreien geradezu danach live vor Publikum präsentiert zu werden, wenn das irgendwann mal wieder möglich sein sollte. Denn ihre Markenzeichen haben Fury In The Slaughterhouse auch nach der langen Pause nicht vergessen bzw. ausgetauscht. Sie legen nach wie vor großen Wert auf pathosgeschwängerte Melodien, die sofort ins Ohr gehen („Sometimes“) und im Idealfall problemlos mitgesungen werden können („All about us“).

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Die gute Nachricht lautet also, dass die Hannoveraner mit „Now“ ein mehr als solides Comeback abgeliefert haben und darauf jene Peinlichkeiten umschiffen, die bei solchen Rückkehraktionen gerne abgeliefert werden, um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Fury In The Slaughterhouse lassen dagegen mehr als drei Jahrzehnte Songwriting-Erfahrung sprechen, mit der sich auch heute noch eingängige Pop/Rock-Songs für das Radio aus dem Ärmel schütteln lassen („Not the time to live a lie“). Dazu lässt das Sextett hier und da ein paar offensichtliche Inspirationsquellen in seine Tracks einfließen, die nie sinnfrei wirken. So bedient sich der Titeltrack mit seinen dezenten Reggae-Anleihen und den verhuschten BritPop-Vocals auffällig bei den Gorillaz, während „Replay“ ein wenig in der Pop-Punk-Schublade zwischen The Clash und Green Day wühlt und „This will never replace rock’n’roll“ kurz bei den Rolling Stones vorbeischaut.

Die Generation, die in den 90er Jahren in den dörflichen Einöden Niedersachsens mit der Musik von Fury In The Slaughterhouse großgeworden ist und auch noch heute zu Hits wie „Time to wonder“, „Radio orchid“ und „Every generation got ist own disease“ abgeht, darf sich über einen gelungenen Restart ihre Helden freuen, der souverän an die frühen Alben anknüpft und den sich die Fans quasi selbst verdanken können, denn nur durch ihre Treue und ihren Enthusiasmus hat sich die Band wieder zusammengerauft, um eine Erfolgsgeschichte fortzusetzen.

Anspieltipps:

  • 1995
  • Replay
  • All about us
  • Not the time to live a lie
  • Sometimes (stop to call)
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