Accept - Too Mean To Die - Cover
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Accept Too Mean To Die


  • Label: Nuclear Blast/Rough Trade
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Too Mean To Die“ verabschiedet den Corona-Lockdown-Januar mit einem fetten Arschtritt.

Mit „Too Mean To Die“ legt die seit 40 (!) Jahren und drei Auflösungen aktive Solinger Stahlschmiede ihr 16. Studioalbum vor, das diesmal nicht – wie zuletzt üblich – im Sommer, sondern im tiefsten Winter erscheint und damit zumindest namentlich zu den Höhepunkten eines Monats zählt, der, eingehüllt im Corona-Lockdown-Blues, so gut wie nichts zu bieten hatte. „Too Mean To Die“, das erneut von Andy Sneap (u.a. Arch Enemy, Blaze Bayley, Earth Crisis, Testament, Exodus, Judas Priest, Kreator, Machine Head, Megadeth) produziert wurde, soll es nun also richten und den Januar mit einem fetten Arschtritt verabschieden.

Seit 2009 sind Accept mit dem Amerikaner Mark Tornillo (66) am Mikrofon aktiv, der den teutonischen Metal-Ikonen nun schon auf fünf Alben im wahrsten Sinne des Wortes frischen Wind einhaucht, wobei von der ursprünglichen Truppe kaum noch einer übrig ist. Denn nach dem Ausstieg von Bassist Peter Baltes (62) im Jahr 2018, ist Gitarrist Wolf Hoffmann (61) das letzte verbliebene Gründungsmitglied. Dieses hat Accept mit Martin Motnik (Bass), Uwe Lulis (Gitarre), Philip Shouse (Gitarre) und Christopher Williams (Schlagzeug) inzwischen zum Sextett aufgeblasen, sodass stets für ausreichend Druck auf dem Kessel gesorgt ist.

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Die Aufnahmen fanden im März und Juli 2020 in Nashville statt. Allerdings weilte Andy Sneap Corona-bedingt nicht vor Ort und musste aus dem heimischen England per PC ins Studio zugeschaltet werden. Aber auch das geht, wie man sehen bzw. hören kann. Denn auch „Too Mean To Die“ hält das Niveau der vergangenen zehn Jahre seit „Blood Of The Nations“ (08/2010) und serviert dem Hörer konsequent Riff-trunkene Heavy-Metal-Hymnen, die zwar nicht durchgehend vor Originalität schäumen, aber zumindest die Metal-Traditionalisten zu goutierendem Kopfnicken bringen werden. Schließlich sind Midtempo-Groover wie „Overnight sensation“ oder auch „The undertaker“ sowie die Reibeisenstimme Tornillos, die der Udo Dirkschneiders in nichts nachsteht, auch heuer echte Felsen in der Genre-Brandung.

So verwundert es nicht, dass wir auch auf „Too Mean To Die“ viele klassische Accept-Markenzeichen wiederfinden, wie die fein eingearbeiteten Klassik-Parts in „Symphony of pain“ und „Samson and Delilah“, die Kosaken-Chöre in „How do we sleep“, vor Kraft strotzende Balladen („The best is yet to come“) sowie lässige Tempomacher wie „Not my problem“, wodurch dieser Longplayer niemals langweilig wird, auch wenn er vornehmlich die von Accept zu erwartenden Trademarks bedient. Doch dies geschieht so gekonnt und ausgewogen, dass „Too Mean To Die“ problemlos ein paar Extrarunden im CD-Player verbringen kann.

Anspieltipps:

  • Not my problem
  • The undertaker
  • Too mean to die
  • How do we sleep
  • Overnight sensation
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