Foo Fighters - Medicine At Midnight - Cover
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Foo Fighters Medicine At Midnight


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 37 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Bei Alben wie diesen, ist es inzwischen nicht auszuschließen, dass sich selbst Die-Hard-Fans von Dave Grohl verarscht vorkommen.

Auch die Foo Fighters haben – wie so viele andere Künstler – die Veröffentlichung ihres neuen Longplayers aufgrund der Corona-Pandemie verschoben und sind nun schon früh im Jahr 2021 mit „Medicine At Midnight“ dran – dem mittlerweile zehnten Studioalbum der Band um Frontmann Dave Grohl (52). Dem Werk ging eine kurze Erholungspause der Foo Fighters voran, die nach dem bitter-enttäuschenden Vorgänger „Concrete And Gold“ (09/2017) auch dringend notwendig erschien. So begannen die Aufnahmen von „Medicine At Midnight“ im Oktober 2019 und schritten schnell voran.

Bereits im Februar 2020 konnte Grohl Vollzug vermelden, doch die Veröffentlichung des wiederum von der amerikanischen Pop-Allzweckwaffe Greg Kurstin (Beck, Sia., Adele, Liam Gallagher, P!nk, Paul McCartney, Kelly Clarkson) produzierten Albums wurde Corona-bedingt auf die lange Bank geschoben. Jetzt liegt das angeblich unter mystischen Umständen eingespielte und an David Bowies „Let’s Dance“ gemahnende Album aber endlich vor, das mit 37 Minuten Spielzeit das mit Abstand kürzeste in der Bandgeschichte ist. Diese dauert inzwischen seit 25 Jahren an und es ist lange her, dass die Foo Fighters einen großen Hit aufweisen konnten. Wird „Medicine At Midnight“ daran etwas ändern?

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Die Lage ist so: Grundsätzlich traut sich die Band heuer ein paar Experimente zu, die in Verbindung mit mehr Rhythmus, mehr Groove und mehr Pop tatsächlich etwas mehr Abwechslung bringen („Shame shame“). Die Routine eines Vierteljahrhunderts lässt sich allerdings auch auf „Medicine At Midnight“ nicht unterbinden. Diese wird immer dann greifbar, wenn das Sextett versucht, großartige Stadion-Melodien oder Mauern niederreißende Riff-Attacken abzuliefern. Denn beides gibt es auf diesem Album – bis auf die Ausnahme „No son of mine“ – nicht! Stattdessen regiert pures Mittelmaß, aus dem nur phasenweise ein wenig die alte Klasse aufblitzt („Cloudspotter“).

Darüber, dass dies eindeutig zu wenig ist, muss nicht diskutiert werden! Es ist aber die bittere Realität eines Albums, auf dem mit „Waiting on a war“ auch noch eine Ballade vertreten ist, die nicht mehr und nicht weniger eine bloße Wiederholung von „Times like these“ aus dem Jahr 2003 darstellt, ohne dass die Grandezza der Ur-Hookline jemals erreicht wird. Mit solchen Krebsgeschwüren und ärgerlich breitbeinigen Mainstream-Rocksongs wie „Holding poison“ ist folgerichtig absolut kein Staat zu machen. Nicht auszuschließen, dass sich selbst einige Die-Hard-Fans der Foo Fighters inzwischen von Dave Grohl verarscht vorkommen.

Anspieltipps:

  • Cloudspotter
  • Chasing birds
  • No son of mine
  • Love dies young
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