Alice Cooper - Detroit Stories - Cover
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Alice Cooper Detroit Stories


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit der Hommage an seine Heimatstadt legt Alice Cooper ein starkes Alterswerk vor, das sich der Hörer kaum zu erhoffen traute.

Mehr als 50 Jahre ist es inzwischen her, dass Vincent Furnier (72) alias Alice Cooper aus seiner Heimatstadt Detroit aufbrach, um der Rockwelt das Fürchten zu lehren. Wie wir alle wissen, ist dieser Plan wunderbar aufgegangen. Heute steht Alice Cooper als Wegbereiter des Schock-Rock mit einem fast schon typischen Karriereverlauf für Rockmusiker, die in den frühen 70er Jahren angefangen haben, in den Geschichtsbüchern: Den goldenen Zeiten mit Hits wie „I’m eighteen“ und „School’s out“ folgten in den 80er Jahren schwere Abgründe, die beinahe seine Karriere ruiniert hätten, bevor ihm der Songschreiber und Produzent Desmond Child (Bon Jovi, KISS, Aerosmith, Cher, Scorpions) mit dem „Trash“-Album (07/1989) den Arsch rettete und ein überraschendes Comeback einläutete.

Seitdem hat sich der mittlerweile 72-Jährige wieder gefangen. Seine in regelmäßigen Abständen veröffentlichten Longplayer finden wieder den Weg in die weltweiten Charts und auch live ist auf Alice Cooper Verlass. Kein Wunder, dass sich die Rockwelt auf ein neues Werk des Detroiters freut. Vor allem, wenn daran wieder einmal der langjährige Stammproduzent Bob Ezrin (Deep Purple, KISS, Pink Floyd, Lou Reed, Peter Gabriel) beteiligt ist und ein paar alte Band-Kumpel aus den 70er Jahren vorbeischauen durften. So tummelten sich für die Aufnahmen von „Detroit Stories“ u.a. Garret Bielaniec, Steve Hunter, Michael Bruce, Rick Tedesco und Tommy Henriksen (Gitarre), Dennis Dunaway und Paul Randolph (Bass) sowie Neal Smith und Johnny Badanjek (Drums) im Studio, ergänzt und die Gaststars Joe Bonamassa, Mark Farner (Grand Funk Railroad), Wayne Kramer (MC5), Larry Mullen Jr. (U2) und Jimmie Lee Sloas.

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Damit setzt Alice Cooper den auf „Paranormal“ (07/2017) eingeschlagenen Weg fort. Angelehnt an den Sound der 70er Jahre treffen alte Recken wie Dennis Dunaway (Bass), Neal Smith (Schlagzeug) und Michael Bruce (Gitarre) auf prominente Kollegen wie Joe Bonamassa und Wayne Kramer, denen Bob Ezrin Funk-, Glam-, Blues-, Punk- und Surf-Rock-Klänge entlockt und damit mehr als nur eine Hardrock-Hommage an Alice Coopers Heimatstadt Detroit abliefert. Alice Cooper zeigt sich musikalisch vielseitiger denn je und kombiniert ein Dutzend Eigenkompositionen mit drei hervorragend in den Album-Kontext passenden Coverversionen von The Velvet Underground („Rock & Roll“), MC5 („Sister Anne“) und Bob Seger („East side story“).

Wer Alice Cooper in einer falschen Phase kennenlernte und ihn deshalb ausschließlich mit plumpem Hardrock á la „Welcome 2 My Nightmare“ (09/2011) in Verbindung bringt, erlebt auf „Detroit Stories“ den „echten“ Alice Cooper, der eine 50-minütige Verbeugung vor seiner Heimat und der Rockmusik im Allgemeinen exerziert, die in einen authentischen Analog-Sound verpackt wurde und zu keiner Zeit langweilt. Selbst wenn nicht alle Songs gleichermaßen zünden, ist das Ergebnis in seiner Gesamtheit ein starkes Alterswerk, das sich der Hörer kaum zu erhoffen traute.

Anspieltipps:

  • Hail Mary
  • Sister Anne
  • Rock & Roll
  • Drunk and in love
  • Our love will change the world
  • Hanging on by a thread (don’t give up)
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