The Pretty Reckless - Death By Rock And Roll  - Cover
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The Pretty Reckless Death By Rock And Roll


  • Label: Century Media/Sony Music
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

The Pretty Reckless haben den Dreh raus! 90er Jahre Alternative Rock, ick hör dir trapsen.

Die aus New York City stammenden The Pretty Reckless legen vier Jahre nach „Who You Selling For“ (10/2016) ihr mittlerweile viertes Studioalbum „Death By Rock And Roll“ vor, das erstmalig nicht von dem im Jahr 2018 verstorbenen Kato Khandwala als kreativ-freundschaftlicher Sidekick betreut wurde. Stattdessen wurde der Independent-Produzent Jonathan Wyman verpflichtet, mit dem Taylor Momsen (Gesang), Ben Philips (Gitarre), Mark Damon (Bass) und Jamie Perkin (Schlagzeug) insgesamt ein Dutzend Tracks unter der Mitwirkung von Tom Morello (Rage Against The Machine), Kim Thayil (Soundgarden) und Matt Cameron (Pearl Jam) eingespielt haben, womit kundige Hörer schon im Vorfeld ein wenig auf den Sound des Longplayers hingewiesen werden: 90er Jahre Alternative Rock, ick hör dir trapsen…

Freilich war eine Entwicklung in diese Richtung schon auf den vorherigen beiden Alben spürbar, doch den finalen und mutigen Schritt vollziehen The Pretty Reckless erst jetzt auf „Death By Rock And Roll“, mit dem sich das Quartett stilistisch zwar nicht vollends in die 90er Jahre zurückverirrt, aber trotzdem die letzten Zweifel beseitigt, dass The Pretty Reckless ihren ursprünglichen und meist nur sehr soliden Hardrock (für Geniestreiche war diese Band noch nie bekannt…) weiter beibehalten wollen. Fakt ist: Die Amerikaner haben Grunge und alternative Klänge nun komplett verinnerlicht, was ihnen hörbar guttut und über weite Strecken auch gelingt.

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Dazu trägt natürlich auch das Gastspiel der Herren Thayil, Morello und Cameron auf zwei Tracks bei, die „Only love can save me now“ und „And so it went“ eine ordentliche Prise Authentizität verleihen. Aber auch ohne die Hilfe externer Ikonen exerzieren The Pretty Reckless ihren Grunge-Kurs ohne großen Fehl und Tadel. Mit coolen (Retro-)Schlagzeug- und Gitarrensoli und einer sehr überzeugenden Stimmleistung der erst 27-jährigen Taylor Momsen, wird hier ein stimmiges und schlüssiges Rockalbum vorgelegt, das zwar keine Überhits, dafür aber einige herausragende Momente mitbringt.

Doch The Pretty Reckless beherrschen nicht nur rockige Töne. So gibt es auch diverse wunderbar schmalzige Hollywood-Breitwand-Balladen („Standing at the wall“, „Rock and roll heaven“), von denen es am Ende des Longplayers die eine oder andere zu viel auf das Werk geschafft hat. Gegen diesen Bon-Jovi-Effekt hilft nur eins: Weglassen oder noch ein paar harte Songs mehr einstreuen. Dann wirken auch radiofreundliche Stücke wie „Got so high“ noch besser.

Anspieltipps:

  • 25
  • My bones
  • Got so high
  • And so it went
  • Only love can save me now
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