Monet192 - Four Seasons - Cover
Große Ansicht

Monet192 Four Seasons


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 40 Minuten
Artikel teilen:
3/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein enttäuschendes Debütalbum zwischen Rap, R&B, Dance und Pop.

Der Italo-Schweizer Karim Russo (23) alias Monet192 (sprich: Neunzehn zwei) gehört zu einer neuen Generation von Deutsch-Rappern, die sich stilistisch nicht zu 100% festlegen wollen und damit erste erfolgreiche Spuren hinterlassen haben. So konnte Monet192 schon ein Dutzend Singles in den deutschen Top 100 platzieren. In Österreich und der Schweiz sieht es ähnlich aus. Deshalb ist es langsam an der Zeit, dass der Herr nach seinem letztjährigen Mixtape „Medical Heartbreak“ mit „Four Seasons“ sein offizielles Debütalbum über den Major Warner Music vorlegt, auf dem ihn die Kolleginnen und Kollegen Ivana Santacruz, Lune, Fourty, Takt32, badmómzjay und Ramo begleiten.

Produziert wurde der Newcomer aus St. Gallen von Maximilian „Maxe“ Grimmer (u.a. Capital Bra, Mike Singer, Nimo, MoTrip), während Milos „Mille“ Savic (u.a. Shindy, Haftbefehl, Kanani) für die optische Umsetzung der Tracks zuständig ist. Diese Wahl zeigt bereits, dass Monet192 bevorzugt auf einen Dicke-Hose-Auftritt setzt, was sich dann auch in seinen Texten und in seinem Rap-Style widerspiegelt. Besonders tief taucht der 23-Jährige dabei allerdings nicht, auch wenn er es versucht („Spotlight“, „Wolken“). So müssen es am Ende allein die Beats retten und über Wohl und Weh des Albums entscheiden.

Bild

Doch auch damit kann „Four Seasons“ nicht wirklich überzeugen, was letztendlich der bewusst gewählten Vielseitigkeit geschuldet ist, die Einflüsse aus R&B („Salty“), Pop („Wohin“) oder auch Dance („Don’t stop“) zulässt und dabei Rap gegen klaren Gesang eintauscht („Gefühle von Dior“). Für Puristen stellt dieses Hin und Her eine ganz schöne Herausforderung dar, insbesondere dann, wenn man einen reinrassigen Deutsch-Rap-Longplayer erwartet hat. Dies ist „Four Seasons“ definitiv nicht, sodass die 15 Tracks schon beim zweiten Durchlauf ziemlich emotionslos am Hörer vorbeirauschen.

So bleibt nach knapp 40 Minuten Spielzeit kaum etwas hängen, was nicht schon auf dutzenden Alben zuvor zu hören war und schon dort nicht vom Hocker riss. Es ist und bleibt eben absolut grenzwertig, wenn sich Deutsch-Rapper zu sehr in weichgespültem Pop und R&B verirren und damit zwischen allen Stühlen landen. Unter diesen Vorzeichen kann sich der geneigte Hörer auch gleich ein Xavier-Naidoo-Album in den CD-Player oder die Spotiy-Playlist wuchten und fährt damit entschieden besser, weil authentischer.

Anspieltipps:

  • Salty
  • Sprite
  • Call me
  • One shot
Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
6/10

Trip
  • 2021    
Diskutiere über „Monet192“
comments powered by Disqus