Steve Hackett - Under A Mediterranean Sky - Cover
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Steve Hackett Under A Mediterranean Sky


  • Label: InsideOut/Sony Music
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach 12 Jahren ist es wieder an der Zeit für ein Akustikalbum aus der Feder des ehemaligen Genesis-Gitarristen.

Der Gitarrist Steve Hackett (70) gehört zwar genauso wenig wie Sänger und Schlagzeuger Phil Collins (69) zu den Gründungsmitgliedern der britischen Prog-Urgesteine von Genesis, doch auch Hackett prägte in der Zeit seiner Mitgliedschaft von 1971 bis 1977 auf immerhin sechs Studioalben den Sound der später in die Popmusik abgewanderten Band. Nach seinem Ausstieg bei Genesis widmete sich Hackett bis auf wenige Projekt-Ausreißer wie GTR oder Djabe seiner Solokarriere, die bis heute locker mehr als zwei Dutzend Studio- und Live-Werke hervorgebracht hat. Allerdings konnte es sich der mittlerweile 70-Jährige regelmäßig nicht verkneifen, weiterhin mit dem Namen seiner alten Band Geld zu verdienen.

So füllen zum Beispiel zahlreiche Longplayer unter dem „Genesis Revisited“-Banner ganze Regalreihen. Zudem betonte der Gitarrist immer wieder, dass er einer Reunion im Line-up der 70er Jahre positiv gegenüberstehen würde. Doch diesen Gedanken sollten sich die Genesis-Fans besser abschminken. Denn Peter Gabriel (69) hat eh nie Zeit und Phil Collins ist körperlich nicht mehr belastbar. Ende. Aus. Deshalb widmen wir uns hier und jetzt einem weiteren Soloalbum von Steve Hackett, welches wie schon der 2008er Output „Tribute“ ein Akustikwerk geworden ist. Dazu hatte sich in den vergangenen Jahren genügend Material angesammelt, das während des Lockdowns zusammen mit dem alten Wegbegleiter Roger King zur Umsetzung kam.

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Doch wer jetzt vermutet hat, dass Steve Hackett ausschließlich zur Konzertgitarre auf Besinnlichkeit macht, sieht sich schon beim Opener „Mdina (the walled city)“ getäuscht. Denn in dem 9-Minüter werden immer wieder dominante Orchesterklänge eingewoben, die in Hollywood-Soundtrack-Dimensionen aus den Boxen schallen. Im Zentrum der Kompositionen stehen jedoch entspannte Gitarrenklänge, die von Hacketts Reisen rund um das Mittelmeer inspiriert wurden und stilistisch zwischen Weltmusik, Klassik, Folk und Ethno-Sounds verschwimmen. Dazu arbeitete der Brite die eine oder andere schöne Melodie heraus, die in virtuose Easy-Listening-Darbietungen mit zeitweisem Orchester-Touch verpackt wurden.

Damit ist „Under A Mediterranean Sky“ mindestens so speziell wie „Tribute“ (03/2008), das im Vergleich „nur“ aus 13 Coverversionen bestand. Diesmal liegt neben dem spielerischen Können auch das kompositorische Geschick Hacketts in der Waagschale, das vor allem durch die ausgeprägte Soundtrack-Affinität besticht. In Verbindung mit den entspannten und wirklich sehr authentischen Ethno-Einflüssen, ergibt sich so ein spannendes, Rockmusik-freies Klangbild, das neben Progressive-Fans insbesondere Soundtrack-Anhänger abholen dürfte.

Anspieltipps:

  • Sirocco
  • Casa del Fauno
  • Andalusian heart
  • The call of the sea
  • Mdina (the walled city)
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