Cro - Trip - Cover
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Cro Trip


  • Label: Urban/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 64 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit reichlich Vorlauf und jeder Menge Vorab-Singles meldet sich Cro nach einer längeren Pause zurück.

Mit reichlich Vorlauf und jeder Menge Vorab-Singles meldet sich Cro nach einer längeren Pause zurück. Für gut drei Jahre zog sich der Pandamasken-Rapper Carlo „Cro“ Waibel (31) aus der Öffentlichkeit zurück, um nach vier äußerst erfolgreichen Longplayern in nur sechs Jahren, die allesamt Platz eins in den deutschen Album-Charts erreichten, Luft zu holen und frische Energie zu tanken. Jetzt ist er bereit für die Rückkehr und führt fort, was er auf „tru.“ (09/2017) begonnen hatte. Das Werk war als Doppelalbum mit 20 Tracks konzipiert. Warum also nicht so weitermachen und auch den ersehnten Nachfolger „Trip“ auf zwei Silberlinge ausrollen? Die Generation Digital merkt davon eh nichts. Für die sind es einfach 22 neue Songs, mit denen der Schwabe seine auf „Raop“ (07/2012) begonnene Reise mit neu gestalteter Maske fortsetzt.

Cro kann sich auf die Fahnen schreiben, dass er den klassischen HipHop/Rap so sehr aufgeweicht und in Richtung Pop getrieben hat, dass er sich in nur wenigen Jahren in die Liga der kommerziell erfolgreichsten Künstler Deutschlands einreihen konnte. Damit einher geht selbstverständlich eine entsprechende Erwartungshaltung an „Trip“, das sich stilistisch in zwei Hälften aufteilt. So schauen die elf Stücke von Silberling eins zurück auf den Sound vergangener Epochen, während die zweite Hälfte in die Zukunft gewandt ist – verpackt in den Cro-typischen Deckmantel aus Loops, Beats und Samples, der in Europa schon mehr als 4,7 Millionen Abnehmer gefunden hat.

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Physisch hätten alle 22 Stücke bei lediglich 64 Minuten Spielzeit locker auf eine CD gepasst. Doch Cro wollte seinen neuesten Output konsequent in allen Belangen in zwei Parts splitten. Angefangen beim Covermotiv, über die beiden in „Solo“ und „Trip“ betitelten CDs, bis hin zum Sound, der auf „Solo“ überwiegend an French House und Funky-Elektro-Pop erinnert („Alles Dope“, „Wach“, „Hör nicht auf“) und erst auf der „Trip“-CD etwas stärker auf Cros ursprüngliche Raop-Gefilde zurückgreift, nur um auch diese in eine andere, überraschende Richtung weiterzuentwickeln. Deshalb gilt: Wer Daft Punks „Random Access Memories“ (05/2013) kennt und ein wenig mit dem Werk von Tame Impala vertraut ist, weiß, welche stilistischen Grundgerüste für viele Songs Pate standen.

Unterm Strich ist dieser musikalische Trip kaum noch in Cros selbsterfundenem Raop-Kosmos vergangener Zeiten zuhause und damit weit entfernt vom „Heißester Scheiß des Jahres“-Status früherer Alben. Aus künstlerischer Sicht eine gute Entscheidung. Denn trotz Feature-Acts wie Capital Bra („Blessed“), Shindy („SYGL“) und Teesy („Hör nicht auf“) ist „Trip“ insbesondere auf CD Nummer zwei eine ebenso gelungene wie mutige Abkehr vom klassischen HipHop, der in aufdringlicher Weise mit Popmusik gekreuzt wurde. Damit deutet Cro den Abschied von seinem altbekannten Image und vielleicht auch von der Pandamasken-Ära an. Wenn er jetzt noch Texte abliefern würde, die wirklich etwas zu sagen haben und er sich auf eine überschaubare Anzahl an Songs fokussieren würde, stünde einer sinnvollen Neuerfindung nichts mehr im Weg.

Anspieltipps:

  • Dich
  • Hoch
  • Blessed
  • So schön
  • Alles Dope
  • Endless Summer
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