Lana Del Rey - Chemtrails Over The Country Club - Cover
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Lana Del Rey Chemtrails Over The Country Club


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Königin des verträumt-melancholischen Art-Pop macht es heuer ein bisschen der neuen Folk-Taylor nach.

Ein halbes nach der Veröffentlichung ihres Hörbuchs (!) „Violent Bent Backwards Over The Grass“ (10/2020) legt Elizabeth Woolridge Grant alias Lana Del Rey (35) mit „Chemtrails Over The Country Club“ ihren sechsten regulären Musik-Longplayer vor. Dieser hätte eigentlich schon im September 2020 erscheinen sollen, wurde aber Corona-bedingt in das erste Quartal 2021 verlegt. Ein genereller Umstand, der uns wohl noch länger begleiten wird und im Fall von „Chemtrails Over The Country Club“ vermutlich dafür sorgte, dass das Album bereits vor Veröffentlichung in vollem Umfang im Internet auftauchte.

Produziert wurde „Chemtrails Over The Country Club“ erneut von Jack Antonoff (u.a. Taylor Swift, Lorde, Carly Rae Jepsen, P!nk) und Rick Nowels (u.a. Adele, Dido, Sia., Jewel), mit denen die 35-Jährige einen markanten Stil kreiert hat, der im aktuellen Pop-Geschehen einzigartig ist. Trotzdem hat Lana Del Rey innerhalb ihres verträumt-melancholischen Art-Pop-Kosmos für „Chemtrails Over The Country Club“ eine dezente Stilkorrektur vorgenommen, indem sie den latent vorhandenen Bombast aus der Produktion entfernt hat. Allerdings ohne den für Lana Del Rey typischen Drama-Anteil zu verringern. So bleiben auf das Wesentliche reduzierte Songs, die tendenziell leiser und noch bittersüßer daherkommen.

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Daraus ergibt sich noch stärker der Effekt, dass der Hörer für die gesäuselten Dramen etwas übrigen haben muss. Ansonsten machen stilistisch in sich geschlossene Alben wie „Chemtrails Over The Country Club“ keinen Sinn. Wer sich allerdings auf die Welt der Vintage-Kunstfigur Lana Del Rey und ihre düstere Aura einlässt, bekommt heuer eine gelungene Klangevolution auf die Ohren, die lieber zu Folk-Gitarren als zu modernen (HipHop-)Beats greift und damit – völlig logisch – eine zusätzliche Coverversion von Joni Mitchells „For free“ in den Song-Reigen einbaut.

Bei übersichtlichen elf Tracks kommt trotz der permanenten intimen Atmosphäre keine Langeweile auf, weil Landa Del Rey immer wieder elegante Melodiebögen präsentiert, die handwerklich in getragene Pianoklänge („White dress“, „Let me hold you like a woman“), erhabene Orchester-Parts („Chemtrails over the country club“), aparte elektronische Elemente („Tulsa Jesus freak“, „Dark but just a game“) und gezupfte Folk-Gitarren („Wild at heart“, „Not all who wander are lost“) verpackt werden. Als Höhepunkt fungiert dabei die Hookline von „Yosemite“, die sich nachhaltig ins Gehör einbrennt und damit ein Kandidat für eine Singleauskopplung darstellt.

Anspieltipps:

  • Yosemite
  • For free
  • White dress
  • Dark but just a game
  • Let me hold you like a woman
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