Jan Delay - Earth, Wind & Feiern  - Cover
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Jan Delay Earth, Wind & Feiern


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Näselnde Raps und Funkyreggaeafroboogielatinskatrap. Jan Delay kehrt mit „Earth, Wind & Feiern“ auf vertrautes Terrain zurück.

Dass sich Jan Phillip „Delay“ Eißfeldt (44) in seiner bisherigen Solokarriere nicht auf einen Stil festlegen lassen mochte, haben die werten Hörer inzwischen verstanden und immer brav mitgemacht. So changierte der Mitbegründer der (Absoluten) Beginner zwischen HipHop, Funk, Soul, Reggae und Pop und feierte damit große kommerzielle Erfolge. Doch mit seinem letzten Longplayer „Hammer & Michel“ (04/2014) überspannte der Hamburger den Bogen ein bisschen, indem er sich an seiner Vorstellung von Rockmusik versuchte, was ihm zwar erneut den ersten Platz in den deutschen Album-Charts einbrachte, sich aber in Summe längst nicht so gut verkaufte wie die Vorgänger „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ (08/2009) und „Mercedes-Dance“ (08/2006).

Abgefeiert hat das Werk eigentlich niemand, sodass die einzig logische Antwort die ebenso überraschende wie gelungene Reunion der Beginner mit dem Nummer-1-Album „Advanced Chemistry“ (08/2016) war. Doch nun ist es für Jan Delay wieder an der Zeit, die Karriere ohne Denyo und DJ Mad fortzusetzten und sieben Jahre nach „Hammer & Michel“ das Solowerk Nummer 5 nachzuschieben, welches die Corona-Pandemie mit „Bass, Bumms und positiven Vibes“ etwas erträglicher machen soll, obwohl in der Entstehungsphase von „Earth, Wind & Feiern“ noch niemand COVID-19 kannte und Corona lediglich ein Bier aus Mexiko war. Doch die Zeiten waren auch schon vor SARS düster, sodass nun getanzt werden soll, um die eigenen Sorgen und Ängste zu vergessen.

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Also programmierte Jan Delay flugs ein paar Beats, um „endlich wieder meinen Job zu machen, nach der Rock-Platte, auf die keiner Bock hatte“. Dazu wird näselnd gerappt und stilistisch im altbekannten „HipHop, Funk, Soul, Reggae, Pop“-Kästchen gekramt. Überraschungspotenzial hat „Earth, Wind & Feiern“ dadurch so gut wie gar nicht. Jan Delay geht quasi auf Nummer sicher, auch was seine Gäste betrifft. Denn mit den Raps von Marteria, Lary, Denyo und Summer Cem kommt gar nicht erst das Verlangen nach Experimenten auf. Auf diese Weise kehrt Jan Delay mit einer soliden Songsammlung, die nicht begeistert, aber ganz passabel unterhält, auf vertrautes Terrain zurück. Mehr war wohl für den Moment nicht drin.

Fazit: Mit einer amtlichen Produktion und den live eingespielten Instrumenten von Disko No. 1 ergibt sich daraus trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn die Texte überwiegend platt und ohne besonderen Wortwitz daherkommen und das Album im Mittelteil mit Songs wie „Alexa“, „Zurück“, „Gestern“ und „Tür’n knall’n“ unerwartet ruhig ausgefallen ist. Ein Gefühl von „das ist der alte Jan Delay“ wird dennoch erreicht.

Anspieltipps:

  • Eule
  • Alexa
  • Zurück
  • Gestern
  • Wassermann
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