The Offspring - Let The Bad Times Roll - Cover
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The Offspring Let The Bad Times Roll


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 33 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn eh schon alles den Bach runtergeht, machen wir wenigstens das Beste daraus! So lautet der nicht ganz aufgegangene Plan von The Offspring.

The Offspring sind zurück aus dem Ruhestand! Neun Jahre nach ihrem „Days Go By“-Album (06/2012), legt das Quartett mit seinem zehnten Werk „Let The Bad Times Roll“ ein Dutzend neue Songs vor, an denen die Band seit 2019 gearbeitet hat. Aufgenommen wurde wieder zusammen mit Star-Produzent Bob Rock (u.a. Metallica, Bon Jovi, Aerosmith, The Cult, Mötley Crüe), der schon die letzten beiden The-Offspring-Studioalben betreute. Lang, lang ist’s her, doch die Generation, die den Aufstieg der kalifornischen Punkrocker live miterlebt hat, wird es freuen.

The Offspring formierten sich Mitte der 80er Jahre. Es dauerte aber fast ein Jahrzehnt, bis die Mannen um Dexter Holland (55, Gesang) und Gitarrist Noodles (58) kommerziell durchstarteten. Auslöser war ein Pop-Punk-Revival, das in den 90er Jahren von Bands wie Green Day, Blink-182, Simple Plan, Good Charlotte, New Found Glory und Sum 41 angeführt wurde. The Offspring selbst zählten mit Alben wie „Smash“ (04/1994), „Ixnay On The Hombre“ (02/1997) und „Americana“ (11/1998), die sich zusammen knapp 15 Millionen Mal verkauften, sowie Singles wie „Come out and play“, „Self esteem“, „Gone away“, „Pretty fly (for a white guy)“ und „Why don’t you get a job?“ zur Speerspitze und zu den beliebtesten Vertretern des wiederbelebten Genres, das im Übrigen auch mal wieder reif für eine Renaissance wäre.

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Dazu würde es allerdings ein paar neue Bands mit frischen Ideen benötigen, die es den Haudegen von früher so richtig zeigen wollen. Von der alten Garde ist jedenfalls nicht mehr viel zu erwarten, führt man sich zum Beispiel Schrott wie Green Days „Father Of All“ (02(2020) vor Augen bzw. Ohren. Doch wer jetzt geglaubt hat, dass The Offspring nach neun Jahren Pause das Veteranen-Ruder herumreißen können, gehört zu den hoffnungslosen Optimisten. Denn auch die Jungs aus Orange County haben auf „Let The Bad Times Roll“ keine Hits im Stil von „Self esteem“ und Co. mehr in petto und verwalten in etwas mehr als einer halben Stunde lediglich ihr musikalisches Erbe.

Dabei bleiben The Offspring ihren Wurzeln weitgehend treu und vermeiden größere Experimente, abgesehen von Albernheiten wie die „Peer-Gynt-Suite“-Verwurstung in „In the hall of the mountain king“ und das Umstricken von „Gone away“ (im Original auf „Ixnay On The Hombre“) in eine mit Orchesterklängen aufgeblasene Pianoballade, die wie ein Fremdkörper total aus dem Rahmen fällt. Der Rest des Materials besteht aus schnellen, melodiösen Pop-Punksongs wie „This is not Utopia“ oder auch „Army of one“, wie sie die Hörer von The Offspring kennen und lieben. Ehrlich betrachtet, fallen diese aber maximal solide aus, zumal wir diesmal auf einen unterstützenden Kickstarter aus Sommer, Sonne, Bier und einem Rock-Festival verzichten müssen. Zieht man dann noch das Selbstcover von „Gone away“ sowie die zwei Einminüter „Lullaby“ und „In the hall of the mountain king“ ab, bleibt am Ende leider nur wenig Substanz übrig.

Anspieltipps:

  • Army of one
  • The opiod diaries
  • This is not Utopia
  • Let the bad times roll
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