Jake Bugg - Saturday Night, Sunday Morning - Cover
Große Ansicht

Jake Bugg Saturday Night, Sunday Morning


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 36 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Jake Bugg hat sich nach einer vierjährigen Pause musikalisch neu erfunden. Ob dies wirklich eine gute Idee war, dürfte sich relativ schnell zeigen.

Rund zehn Jahre ist es inzwischen her, dass ein damals 18-jährige Engländer namens Jake Bugg aus dem Nichts auftauchte und ein Bündel von sieben (!) Hitsingles ablieferte. Diese stammten von seinem selbstbetitelten Debütalbum, das überall gefeiert wurde und weltweit starke Chart-Platzierungen erreichte. Angefixt vom überraschenden Erfolg, erschien mit „Shangri La“ (11/2013) viel zu schnell ein Nachfolger, auf dem Jake Bugg nicht mehr die Dringlichkeit seines Erstlings erreichte und eher nüchterne Kritiken einfuhr. Entsprechend lang ließ sich der Jungstar für sein drittes Werk „On My One“ (06/2016) Zeit, dem er wiederum viel zu schnell mit „Hearts That Strain“ (09/2017) einen Ableger folgen ließ, mit dem die frühen Erfolge ebenfalls nicht bestätigt werden konnten.

Jetzt schlägt Jake Bugg ein neues Kapitel auf und wagt einen Restart. Er wechselte von Mercury Records (Universal) zu RCA Records (Sony Music) die Plattenfirma und ließ sich ungewöhnlich viel Zeit für seinen fünften Longplayer, den er zusammen mit dem Produzenten Steve Mac (Zara Larsson, London Grammar, John Newman, Sam Smith, Ed Sheeran) eingespielt hat und dabei angeblich den größten Spaß hatte, den er jemals bei Aufnahmen verspürte. Diese Euphorie spiegelt sich auch in den elf Songs wider, die Buggs Folk- und Singer/Songwriter-Ursprüngen ganz weit den Rücken kehren. Keine Frage, Jake Bugg hat sich nach seiner vierjährigen Pause musikalisch neu erfunden.

Bild

Jake Bugg wollte nach eigener Aussage etwas völlig Neues erschaffen und macht dies vom ersten Ton an deutlich. Der 27-Jährige geht nun völlig kompromisslos in Popmusik auf, die simpel und straight nach vorne prescht („All I need“, „Lost“) und selbst dann, wenn wie in „Kiss like the sun“ oder auch „Rabbit hole“ Gitarren erklingen, ein Korsett aus stampfenden Beats übergestülpt bekommt. Daran muss sich der geneigte Fan der frühen Bugg-Werke erst einmal gewöhnen und könnte durchaus daran scheitern. Denn Jake Buggs Pop klingt mit seinen Disco-Ambitionen nicht wirklich anspruchsvoll.

So hat der Engländer in den kurzen 36 Minuten des Albums tatsächlich immer dann gute Momente, wenn er seinen Sound etwas rockiger, im Stil von Placebo (!) gestaltet („Lonely hours“, „Screaming“) oder stets leicht kitschig wirkende Piano- und Akustikballaden wie „Downtown“, „Scene“ und „Hold tight“ einstreut. Gegen die aufgesetzte Partystimmung, die Jake Bugg dem Hörer um die Ohren haut, hilft aber auch das nicht.

Anspieltipps:

  • Scene
  • All I need
  • Screaming
  • Lonely hours
  • Kiss like the sun
Neue Kritiken im Genre „Folk“
4/10

Wenn Die Kälte Kommt
  • 2021    
10/10

The Band (50th Anniversary Edition)
  • 2019    
Diskutiere über „Jake Bugg“
comments powered by Disqus