Maroon 5 - Jordi - Cover
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Maroon 5 Jordi


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 35 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
3.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„Jordi“ kann die hohen Erwartungen leider zu keiner Zeit erfüllen, weil Maroon 5 einfach keine guten Songs zustandegebracht haben.

Dass sich Maroon 5 einmal zu den erfolgreichsten Pop-Bands dieses Planeten aufschwingen würden, war am Anfang ihrer Karriere im Jahr 2004 weiß Gott nicht abzusehen. Damals schwankten die Jungs aus Kalifornien noch zwischen Rock- und Popmusik, doch es dauerte nicht lange, bis klar wurde, dass die Band ihr Heil in super-eingängigen Radiosongs suchte und mit Welthits wie „This love“, „Makes me wonder“, „Moves like Jagger“, „One more night“, „Sugar“ oder auch „Girls like you“ letztendlich auch fand. Mehr als 75 Millionen verkaufte Alben und Streaming-Zahlen im Milliardenbereich sprechen 20 Jahre nach Bandgründung eine deutliche Sprache und machen klar, dass Maroon 5 längst im Olymp angekommen sind.

3½ Jahre nach „Red Pil Blues“ (11/2017) melden sich Adam Levine (Gesang), Jesse Carmichael (Gitarre), James Valentine (Gitarre), Matt Flynn (Drums), PJ Morton (Keyboards) und Sam Farrar (Bass), der das im Jahr 2020 wegen häuslicher Gewalt festgenommene Gründungsmitglied Mickey Madden ersetzt, nun mit ihrem siebten Longplayer namens „Jordi“ zurück, den die Band nach ihrem im Dezember 2017 verstorbenen Jugendfreund und Manager Jordan Feldstein benannt hat. Das Album entstand zusammen mit den Songwritern und Produzenten Andrew Goldstein (u.a. All Time Low, Katy Perry, Yungblud, 5 Seconds Of Summer, Simple Plan, Ne-Yo) und The Monsters & Strangerz (u.a. Camila Cabello, Rihanna, Selena Gomez, Jennifer Lopez, Dua Lipa, Britney Spears) und kann auf der Gästeseite Kolleg*innen wie Stevie Nicks, H.E.R., Blackbear, Juice WRLD, Nipsey Hussle, Megan Thee Stallion, Bantu, Jason Derulo und YG vorzeigen. Eine wahrlich bunte Schar.

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Es herrscht also ein ganz schönes Getümmel auf einem Longplayer, der mit 35 Minuten Spielzeit nicht wirklich als lang zu bezeichnen ist. Doch das ist nicht der einzige wunde Punkt dieses Albums, das sich u.a. mit der COVID-19-Pandemie und dem Mord an George Floyd auseinandersetzt („Nobody’s love“) und zudem einem verstorbenen Freund Tribut zollen soll („Memories“). Denn für solch hehre Vorgaben kommt „Jordi“ sowohl inhaltlich („A toast to the ones we lost on the way, because the drinks bring back the memories and the memories bring back you“) als auch musikalisch („Can’t leave you alone“) bemerkenswert platt und in keiner Weise tiefgründig daher. Klar, das muss Popmusik im Prinzip auch nicht. Aber gut sollte sie trotzdem sein.

Ist sie aber nicht. Deshalb kann „Jordi“ die hohen Erwartungen zu keiner Zeit erfüllen. Die Band, die bis auf Sänger Adam Levine völlig gesichtslos ist, bekommt diesmal nicht mehr gebacken, als auf ultra-banalen R&B-Hooklines, abgestandenen Akkorden und nicht vorhandenen Melodien herumzureiten, was zwar irgendwie atmosphärisch klingt, aber auch maximal langweilig und null eingängig ist. Mit „Memories“ gelingt Maroon 5 zwar in Ansätzen noch ein kleiner Hit, der gleich zweimal auf dem Album vertreten ist und dieses am Ende sogar künstlich streckt. Irgendwie armselig.

Anspieltipps:

  • Lovesick
  • Memories
  • Nobody’s love
  • Beautiful mistakes
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