The Killers - Pressure Machine - Cover
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The Killers Pressure Machine


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

The Killers legen innerhalb von 12 Monaten ein zweites Album vor, ohne an Qualität zu verlieren. Sie schaffen es sogar, sich ein kleines bisschen neu zu erfinden.

Ziemlich genau ein Jahr nach „Imploding The Mirage“ (08/2020) liefern The Killers mit „Pressure Machine“ bereits ihr nächstes und inzwischen siebtes Studioalbum ab. Aufgrund der Corona-Pandemie war eine Tournee zum letzten Longplayer nicht möglich. Also haben sich Brandon Flowers, Ronnie Vannucci Jr., Dave Keuning und Mark Stoermer einfach darangemacht und neue Songs geschrieben. Was soll man auch machen, wenn man sonst nichts zu tun und, wie Brandon Flowers, ein paar sehr persönliche Geschichten aus seinem Leben als Jugendlicher in dem 5.000-Seelen-Ort Nephi in Utah im amerikanischen Südwesten zu erzählen hat?

So entstanden die Texte tatsächlich vorab und losgelöst von der Musik, die erst später miteinander verwoben wurden. Für die Produktion dieser neuartigen Herangehensweise holte sich das Trio erneut das bewährte Team aus Shawn Everett (The War On Drugs, Julian Casablancas, Pete Yorn, Weezer, Phantom Planet, Everlast) und Jonathan Rado (Foxygen, Weyes Blood, Alex Cameron, Adam Green, Father John Misty) ins Studio. Doch stilistisch geht „Pressure Machine“ in eine andere Richtung als „Imploding The Mirage“. Anstatt raumgreifender Melodien und überbordender Synthie-Klänge, stehen diesmal eher leise und akustisch gehaltene Töne im Vordergrund, für die The Killers bis jetzt nicht wirklich bekannt sind.

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So wird auf „Pressure Machine“ der übliche Killers-Bombast weitgehend geopfert, was aber nicht heißt, dass der Hörer gänzlich auf die stilistischen Markenzeichen der Band verzichten muss. Zwar ist der Sound des Longplayers insgesamt zurückhaltender („The getting by“), hier und da hemdsärmeliger („Terrible thing“) und gewiss auch erdiger („Pressure machine“), aber zu einem vollständigen Ausbruch aus Brandon Flowers‘ Songschreiber-Kosmos waren The Killers dann doch nicht bereit. Deshalb finden wir zwischen all den Country- und Americana-Einflüssen auch immer wieder Querverweise zu U2 („West Hills“), Bruce Springsteen („Quiet town“) und den Killers-typischen Synthie-Orgien („In the car outside“).

Fazit: The Killers haben Ihren Sound für „Pressure Machine“ dezent modifiziert und damit ein überraschendes, aber prächtig funktionierendes Werk geschaffen, das von atmosphärischen Spoken-Word-Passagen zusammengehalten wird, was nicht nur sehr gut zum übergeordneten Thema des Albums passt, sondern ihm auch gleich noch einen imaginären Road-Movie-Touch verleiht. Damit legen The Killers gleich zwei Top-Alben innerhalb eines Jahres vor, was in vielen Fällen künstlerisch scheitert. Hier nicht.

Anspieltipps:

  • West Hills
  • Quiet town
  • Sleepwalker
  • The getting by
  • Pressure machine
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