Die Toten Hosen - Unsterblich - Cover
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Die Toten Hosen Unsterblich


  • Label: JKP/WEA
  • Laufzeit: 61 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Unsterblich“ ist ein Album, das die Toten Hosen fast endgültig von ihren Grundsätzen, was Musik angeht, wegführt.

Mit zunehmendem Alter sind Die Toten Hosen inzwischen nachdenklich, ja gar philosophisch geworden. Etliche Lieder regen zum Nachdenken an, kaum ein Song wurde einfach nur auf die Platte geworfen. Gibt es zwar einige Nieten („Sonntag im Zoo“, „Wofür man lebt“), so ist der Gesamteindruck doch wirklich positiv. Genau wie Campino es sagte: Eine CD, die man in jeder Lebenslage hören kann, in der es um unsterbliche, also unvergängliche Themen, ja eigentlich alltägliche Dinge geht. Damit ist „Unsterblich“ ein Album, das die Toten Hosen fast endgültig von ihren Grundsätzen, was Musik angeht, wegführt.

Hier die Songs in der Einzelkritik: „Entschuldigung, es tut uns leid“: Viel Selbstironie, wieder einmal typisch für die Hosen. Musikalisch durchschnittlich. „Lesbische, schwarze Behinderte“: Cooler Text, krasse Musik - ein typischer Punksong. „Wofür man lebt“: Hier haben es die Hosen mit ihrer Nachdenklichkeit übertrieben. Zu langsam. „Helden und Diebe“: Geniales Intro von Andreas Breitkopf, ein Lied wie das „Wort zum Sonntag“ - die Hosen rechnen mit sich selber ab. „Schön sein“: Typische Singleauskopplung, eher mau.

„Alles wie immer“: Eines der besten und lautesten Hosenlieder überhaupt. „Call of the wild“: Musikalisch top, textlich nicht sehr einfallsreich. „Unser Haus“: Absolut depressiv und auch gut. „König der Blinden“: Ein Song im Stil von „Der Froschkönig“ oder „Seelentherapie“. „Regen“: Kurz, aber mit deutlicher Botschaft. „Containerlied“: Unkonventionelles, philosophisch angehauchtes Kurzlied, wie ein Gedicht, gehört zum meinen persönlichen DTH-Klassikern. „Bayern“: War überfällig, endlich mal ein Hosenlied, das wirklich ganz Deutschland polarisiert und nebenbei noch richtig gut ist. „Unsterblich“: Hier vermischen sich jugendliche Träume aus alten Hosen-Tagen mit der Souveränität und der Routine der heutigen Toten Hosen, ein absolut genialer Song.

„Warum werde ich nicht satt“: Interessant arrangiert, total laut und doch eher durchschnittlich. „Sonntag im Zoo“: Es gibt leider keinen Grund, dieses Lied wirklich anzuhören. „Der Mond, der Kühlschrank und ich“: Hier zeigt sich wieder mal das die Toten Hosen mehr sind als nur vermeintliche Proletenpunks. Dieses Lied ist dermaßen intelligent und philosophisch, dass es kaum wert ist, mit anderen Songs auf die Platte geschmissen zu werden. Genau das gleiche gilt für „Die Unendlichkeit“, ein wohltuender Abschluss der CD.

Anspieltipps:

  • Bayern
  • Alles wie immer
  • Unsterblich

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