Richard Ashcroft - Alone With Everybody - Cover
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Richard Ashcroft Alone With Everybody


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem schon „Urban Hymns“ ein Soloalbum von Richard Ashcroft werden sollte, es aber dann doch mit der ganzen Band „The Verve“ aufgenommen wurde, erschien jetzt nach deren Trennung Ashcrofts erstes Solowerk. Auch wenn der Sound kleinere Unterschiede aufweist (Gitarrensoli nicht allzu ausgeprägt), hört sich das Ganze verdächtig nach der vierten Platte einer englischen Kultband an: „The Verve“ Richard Ashcroft war schon immer ein kreativer Kopf und offenbart hier einmal mehr seine unbestrittene Genialität. Auch wenn sich die wahre Qualität der CD erst nach dreimaligem Durchhören zeigt, ist hier doch ein weiterer Meilenstein nach „Urban Hymns“ gelungen. „A Song For The Lovers“ steckt voller kleiner musikalischer Wunder, allein das Intro ist ein einziger Genuss. Das klingt zwar alles etwas arg pathetisch, aber eben schön pathetisch. Auch „I Get My Beat“ führt das Konzept der CD weiter, von Streichern begleitete, geniale Hymnen. „Brave New World”, das dritte Stück der CD ist auf Dauer etwas entäuschend, hier fehlt etwas die Abwechslung.

Bei „New York“ wirft Ashcroft wieder das ganze Konzept über den Haufen und präsentiert coole, moderne und eingängige Popmusik. „You On My Mind In My Sleep“ ist eine entspannende Ballade zum Einschlafen. Nicht unbedingt ein Stimmungsmacher, aber das war Ashcroft ja eigentlich noch nie. „Crazy World“ ist wiedermal so ein wunderbares Kleinod, wie es nur der dünne Britpopvirtuose zustande bringt. Ständige Tempowechsel, Strophen, die mitreißen, als wären sie schon der Refrain und einfach schöne Musik. Auch „On A Beach“ ist atmosphärisch, melodisch und hat einen eingängigen Chorus. „Money To Burn“ hört sich da schon wieder vollkommen anders an, ja vollkommen ungewohnt für Ashcroft. Es handelt sich nämlich um einen typischen Popsong, fröhlich und emotionsgeladen. Anscheinend hat der Songschreiber wieder zu einer guten Laune zurückgefunden, die während den traurigen „The Verve“ – Liedenr weitestgehend abgestellt war. „Slow Was My Heart“ ist wieder so ein Song, der es in puncto Gefühl etwas übertrieben hat. Zu langsamer Song, der auf Dauer nicht gefällt. „C’mon people (we’re making it now) ist ähnlich wie „Money To Burn“ ein richtiges Stimmungslied, nur diesmal noch um einiges besser und vom Refrain her tauglich für weitreichenden Erfolg. „Everybody“ ist wieder mal ein typisches „Ashcroft-Selbstgespräch“ mit einem genialen Text und fast abschließendem Charakter für die ganze CD.

Was bleibt noch zu sagen? Kritik? Jawoll, denn die meisten Songs mögen wunderschön sein, doch fast alle sind zu lang geraten. Hier wäre weniger mehr gewesen, aber das verschmerzt man dann doch. Auch wenn 2 Stücke dabei sind, die dann doch eher gewöhnungsbedürftig sind („Brave New World“, „Slow Was My Heart“), hat diese unglaublich kreative CD sieben Punkte verdient. Die wahre Schönheit erschließt sich dem Hörer erst nach etwa viermaligem Durchhören mit einer guter Anlage.

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