Michael Jackson - Invincible - Cover
Große Ansicht

Michael Jackson Invincible


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 57 Minuten
Artikel teilen:
3/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Invincible“ - Unbesiegbar, so heißt nach sechs Jahren Wartezeit das neue Album vom selbsternannten „King Of Pop“. Doch ganz so unbesiegbar ist der gute Jacko schon lange nicht mehr. Bereits die erste Singleauskopplung „You rock my world“ klingt fatal nach einem Outtake aus seligen „Thriller“- und „Off the wall“-Zeiten. Doch was kaum für möglich gehalten wurde, wird beim Hören des gesamten Albums zur traurigen Gewissheit. Jeder einzelne Track ist ein schlechter Rip-Off bekannter Jackson-Songs. Jetzt ist er also nicht mal mehr in der Lage, sich selbst adäquat zu kopieren, wie bei den Alben zuvor.

Die 16 Songs auf „Invincible“ sind exakt im Fifty-fifty Verhältnis in Balladen und tanzbare Midtempostücke aufgeteilt, in denen sich alles um die bevorzugten Themen des Herrn Jackson dreht. So beklagt er sich in dem Song „Privacy“ wieder mal über die böse Presse („...You keep on stalking me, invading my privacy. Won´t you just let me be…“), oder schmachtet in den Lovesongs (u.a. „Heaven can wait” „Don´t walk away”, „You are my life”) imaginäre weibliche Wesen an. Doch bis auf das gelungene „Speechless“, welches mit einem anrührenden Kinderchor zu gefallen weiß, bewegt sich der Rest leider auf B-Seiten Niveau.

Den Vogel schießt aber eindeutig „The lost children” ab. Einer von zwei Songs des Albums, für die Jackson allein verantwortlich ist. Musikalisch wird hier eine Brücke zu den Hits „Heal the world“ und „Earth Song” geschlagen. Inklusive Kinderchor im Refrain und Gebrabbel im Outro. Womit haben wir das verdient?
Natürlich erwartet niemand ernsthaft großartige Innovationen von den Stars des Genres. Wäre auch vermessen, von den Damen und Herren Künstlern zu erwarten, ihre erfolgsgekrönten Rezepte zu ändern. Aber was soll diese Ansammlung zweit- und drittklassiger Songs bewirken? Für die rund 35 Millionen Dollar Produktionskosten wurde eine Armada von Top- Songschreibern wie Kenny „Babyface“ Edmonds, Teddy Riley und R. Kelly sowie der zur Zeit unvermeidliche Carlos Santana als Gaststar aufgefahren. Doch von Kreativität ist trotzdem keine Spur.

Mit diesem Album schaufelt sich Jackson sein eigenes Grab, ähnlich wie Mariah Carey, die nach ihrem Plattenfirmenwechsel von Sony zur EMI im vergangenen Jahr mit dem Film-Soundtrack „Glitter“ fürchterlich baden ging. So sehr, dass ihre neue Plattenfirma alles versucht, sie ganz schnell wieder aus dem hochdotierten Vertrag herauszubekommen. Man munkelt von einer Abstandszahlung in Höhe von 57 Millionen Euro.

Steht Michael Jackson demnächst gleiches bevor? Verwundern würde es in Zeiten drastisch sinkender Absatzzahlen keinen. So beklagte sich der Handel über mangelnde Promotion von Sony und einen Handelsabgabepreis, der alles bisherige in den Schatten stellt. Mit diesem Vorgehen werden keine Chartshits geschaffen, aber vielleicht die Verluste für einen (vorprogrammierten) Flop gering gehalten. Fazit: Lediglich drei brauchbare Songs vom „best selling artist of the world“ sind einfach zu wenig für´s Geld.

Neue Kritiken im Genre „Pop“
9/10

Monarchie Und Alltag (Re-Release)
  • 2017    
Diskutiere über „Michael Jackson“
comments powered by Disqus