Soundtrack - I Am Sam - Cover
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Soundtrack I Am Sam


  • Label: V2/ZOMBA
  • Laufzeit: 65 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das nennt man wohl geschicktes Marketing. Einen Soundtrack zu produzieren, der auch dann einen Kaufanreiz darstellt, wenn man nie etwas von dem dazugehörigen Film gehört oder gesehen hat. Die Musik zum Drama „I am Sam“ (Kino-Bundesstart: 9. Mai) mit Michelle Pfeiffer und Sean Penn ist so ein Fall. Hier werden ausschließlich Beatles-Klassiker von Vertretern der alternativen Pop- und Rockmusik gecovert. Vom Grundsatz her also eine typische Form der Soundtrack-Gestaltung. Man nehme eine handvoll Popstars, lasse diese bekannte Lieder nachspielen und fertig ist die CD "... inspired by the motion picture“.

Doch ganz so schlimm ist es im Fall von "I am Sam" nicht. In weiser Voraussicht wurden auf dem Album nicht nur die üblichen Verdächtigen á la „Let it be“ (hervorragend: Nick Cave), „Strawberry fields forever“ (originalgetreu: Ben Harper) und „Lucy in the sky with diamonds“ (rockig: The Black Crowes) verhaftet, sondern durchaus auch unbekannteres Material der Beatles bearbeitet. Insgesamt 19 Stücke werden zum Besten gegeben, wobei zwei Songs doppelt auftauchen. So präsentieren Grandaddy eine höchst interessante Brit-Pop Version von „Revolution” und die Stereophonics legen mit dem gefühlvollen „Don´t let me down“ einen der besten Songs des Albums vor. Sehr frisch und dabei dicht am Original ist „We can work it out“ von Heather Nova. Auch noch hervorzuheben sind die Interpretationen von Pearl-Jam-Frontmann Eddie Vedder („You´ve got to hide your love away“), The Wallflowers („I´m looking through you“), Aimee Mann (nochmal „Lucy in the sky with diamonds“) und Paul Westerberg mit „Nowhere man”.

Weniger gelungen sind die Darbietungen von Sarah McLachlan („Blackbird“), Chocolate Genius („Julia“) und Sheryl Crow, die „Mother nature´s son” verunstaltet. Auch der Jungspund Howie Day kann „Help!“ nichts Neues abgewinnen und verwechselt obendrein psychedelischen Sound mit verschlepptem Tempo. Ansonsten geben sich noch der 28-jährige Singer/Songwriter Rufus Wainwright, Piano-Rocker Ben Folds, die unbekannten The Vines sowie die Gebrüder Liam und Neil Finn die Ehre.

Unterm Strich ist dieses Werk dennoch eine eher zwiespältige Angelegenheit und lohnt sich wohl nur für Fans der Pilzköpfe oder diejenigen, die einfach alles von „ihrem Star“ sammeln.

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