Whiskeytown - Pneumonia - Cover
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Whiskeytown Pneumonia


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ryan Adams ist der zurzeit angesagteste Singer/Songwriter und die Zukunft der Rockmusik. Viele sehen in ihm den legitimen Nachfolger solcher Größen wie Neil Young und Bob Dylan. Seine Alben „Heartbreaker“ und „Gold“ haben Kritiker und Fans einhellig in Verzückung versetzt. Da verlangt der Fan natürlich schnell Nachschub.

Das muss man einer profitorientierten Plattenfirma nicht zweimal sagen und so wurde jetzt auch in Europa das im vergangenen Jahr erschienene Abschiedsalbum „Pneumonia“ seiner Band Whiskeytown veröffentlicht - eine Platte, die zwei Jahre lang in den Schubladen des Labels verstaubte. Doch mit dem Solo-Erfolg Adams sah man die Chance, den eigenwilligen Alternative Country-Rock der Band neu vermarkten zu können. Gerockt wird auf den 14 Songs des Albums eher selten. In den meisten Songs geht es sehr bedächtig zu, denn Ryan Adams besingt ausschließlich die ganz großen Gefühle. Auch auf die Gefahr hin ins leicht kitschige abzudriften („Paper moon“). Doch solange dabei Meisterwerke wie „The ballad of Carol Lynn“ herauskommen (ein Song, der auf jeder Dylan-Platte ein Highlight wäre), geht das in Ordnung. Locker-flockige Tracks wie „Crazy about you“, „Don´t wanna know why“ und „Bar lights“ bilden die Ausnahme, wissen aber auch zu gefallen.

Manchmal treibt es die Band auf die Spitze. „What the devil wanted“ wird mit sparsamer Instrumentierung so schleppend gespielt, dass man das Gefühl hat, der Song kommt jeden Moment zum stehen wie eine ausrollende Dampflok. „Jacksonville skyline“, “My hometown” und „Easy hearts“ sind großartige Country-Balladen, wie sie Garth Brooks nie zustande brächte. Gefühle wie Liebe, Sehnsucht und Heimweh werden so eindringlich besungen und mit bildhaften Texten untermalt („...I just close my eyes and ringing on home again...“ aus „My hometown“), dass beim Hörer ein regelrechtes „Kopf-Kino“ ausgelöst wird.

Es gibt keinen richtig schlechten Song auf dem Album. Zu jedem Stück ließe sich etwas Positives sagen. Na ja, vielleicht bis auf „Paper moon“. Deshalb kann ich für das Werk eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen. Wer die Soloalben von Ryan Adams mag, wird auch diese CD lieben.

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