Michelle Branch - The Spirit Room - Cover
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Michelle Branch The Spirit Room


  • Label: Maverick/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Obwohl weibliche Pop/Rock-Musikerinnen wie Sheryl Crow, Alanis Morissette und Jewel erst vor kurzem ihre neuen CDs auf den Markt gebracht haben, steht bereits deren vermeintliche Nachfolgerin in den Startlöchern. Im Sommer letzten Jahres veröffentlichte die gerade mal 17 Jahre junge Michelle Branch ihr Major-Debüt „The spirit room“ in den USA. Erschienen ist die CD auf dem Label „Maverick Records“, welches keiner geringeren als der großen alten Dame der Popmusik, Madonna, gehört. Fürwahr kein schlechtes Vorzeichen, wie am Beispiel der Labelgenossin Alanis Morissette zu sehen ist.

Gemäß einer branchenüblichen Unsitte, erschien die Platte nun auch mit einiger Verspätung in Europa. Dafür kann sie mit zwei starken Singleauskopplungen im Rücken („Everywhere” und „All you wanted“) auf Hörerfang gehen. Erstaunlicherweise handelt es sich bei der jungen Dame nicht um eine gecastete Performerin fremder Songs, sondern um eine erstzunehmende Singer/Songwriterin, die allein fünf der elf Songs des Albums komponiert und getextet hat und bei den übrigen Stücken lediglich die Mithilfe von Produzent John Shanks (Melissa Etheridge, Sheryl Crow, Paula Abdul) in Anspruch genommen hat. Keine Spur also von den üblich für Newcomer angeheuerten Honorar-Songschreibern – und das ist auch gut so!

So bekommt man ehrliche, handgemachte Musik geboten, die sich, perfekt produziert, dicht am Mainstream bewegt und eine ausgewogenen Mischung aus radiotauglichen Balladen und rockigeren Titel darstellt. Wenn man keine Wunderdinge erwartet, bietet das Album ein kurzweiliges Hörvergnügen mit der Aussicht auf eine baldige Wiederholung. Denn in Anbetracht des großen Erfolgs (Platin in den USA) werden wir wohl schon bald einen Nachfolger in den Händen halten. Und dann werden wir sehen, ob sich Frau Branch in der ersten Liga der weiblichen Rockstars etablieren kann.

Ach ja, wer Lust darauf hat, einige Songs von „The spirit room“ einmal in etwas rauerer Form zu hören, dem sei Michelle Branchs Indie-Album „Broken bracelet“ empfohlen, das sie 1999 mit Multiinstrumentalist Rick Neigher einspielte. Darauf befinden sich die Urversionen von „Sweet misery“, „If only she knew“, „I’d rather be in love“ und „Goodbye to you“, sowie sechs weitere feine Popsongs, darunter das wunderschöne „Paper pieces“. Das Album ist allerdings nur über die Homepage von Michelle zu bekommen, was aber tadellos funktioniert.

Anspieltipps:

  • Everywhere
  • All you wanted
  • I´d rather be in love
  • Goodbye to you
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