Phantom Planet - The Guest - Cover
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Phantom Planet The Guest


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 52 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Musikindustrie geht es schon seit längerer Zeit schlecht. Gewinnrückgänge (NICHT Verluste!) in allen Bereichen gehören inzwischen zur Tagesordnung. Da heißt es doppelt aufgemerkt, wenn die Musik angeblich mal wieder neu erfunden wurde und jeder aufgefordert ist, in den Tonträgerfachhandel seines Vertrauens zu pilgern, um „The next big thing“ käuflich zu erwerben. Im Bereich Retro-/Indie Rock machten wir dieses Spielchen im vergangenen Jahr mit den Strokes und dem Black Rebel Motorcycle Club mit. Jetzt sind Phantom Planet an der Reihe. Und ja, bei Songs, die so britisch sind wie die Queen herself, möchte man fast rufen „Oasis sind tot, es lebe Phantom Planet!“. Doch gemach....

Zuerst einmal darf man erstaunt zur Kenntnis nehmen, dass die fünf Mitglieder von Phantom Planet aus Los Angeles und nicht aus London stammen und einen alles andere als üblichen Background besitzen. Schlagzeuger Jason Schwartzman ist der Neffe von Francis Ford Coppola und der Sohn von Talia Shire (Rocky I–V, Der Pate I+II). Er trat bereits in Indie-Filmen wie „Rushmore“ und „Slackers“ als Schauspieler in Erscheinung. Sänger Alex Greenwald machte sich als Model einen Namen. Jacques Brautbar (Gitarre) studiert. Darren Robinson (Gitarre) beschäftigt sich als Webdesigner und Sam Farrar (Bass), Sohn des Songwriters John Farrar (u.a. “You´re the one that I want”) verdingt sich als Musikproduzent. Klingt nicht besonders nach Rock ´n Roll und Gallagh’scher Streetcredibility. Doch ist das kein Grund, das zweite Album der Combo nach „Phantom planet is missing“ (1997) zu verschmähen. Denn was unterm Strich zählt, ist letztendlich nur die Musik. Und die ist herausragend.

Mit der Unterstützung der Produzenten-Gurus Tchad Blake (Pearl Jam, Sheryl Crow, Tom Waits) und Mitchell Froom (Elvis Costello, American Music Club, Paul McCartney) hat die Band ein bemerkenswertes Album ohne Ausfälle auf die Beine gestellt, das alle Brit-Pop Fans begeistern dürfte. Mit dem richtigen Marketing könnten Phantom Planet sogar ein ernstes Thema für die weltweiten Hitparaden werden. Die entsprechenden Songs dazu haben sie allemal in petto.

Anspieltipps:

  • California
  • Anthem
  • All over again
  • Hey now girl
  • In our darkest hour
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