The Jon Spencer Blues Explosion - Platic Fang - Cover
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The Jon Spencer Blues Explosion Platic Fang


  • Label: Mute/EMI
  • Laufzeit: 47 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf dieser Platte gibt es keinen einzigen Ausfall, denn jeder Song ist ein Highlight.

Mit „Plastic fang” legt das New Yorker Trio, bestehend aus Russel Simins (Drums), Judah Bauer (Gitarre) und Jon Spencer (Vocals) das achte Album seit seiner Gründung im Jahr 1991 vor. Obwohl die Band schon immer den Inbegriff der Coolness in der modernen Rockmusik darstellte, reichte es bisher nicht zum großen kommerziellen Durchbruch. Ein Grund dafür mag die bisweilen sehr experimentelle Ausrichtung gewesen sein. Denn die Band hat es sich zur Aufgabe gemacht, diverse Stilarten wie Blues, Funk, R&B, Punk, Rock und HipHop nicht einfach nachzuspielen, sondern so in seine Einzelteile zu zerlegen und wieder zusammen zu setzen, dass daraus ein ureigener Sound entsteht. Das mag gelegentlich wie ein niemals endender Remix klingen, kann aber auch schlicht und ergreifend perfekt funktionieren wie es bei dem aktuellen Werk der Fall ist.

Unter Mithilfe von Produzent Steve Jordan haben die drei Jungs ein sehr direktes und ohne Schnörkel auskommendes Album aufgenommen, das nicht nur den Blues hat, sondern auch rockt wie Hölle! Schon der Opener „Sweet ’n sour“ knallt dermaßen heavy und dreckig aus den Boxen, das man meint, man hätte es mit Elvis auf Speed zu tun. Darauf folgt die geniale Singleauskopplung „She said“ mit einem unglaublichen Groove und orkanartigem Refrain. Da möchte der Hörer unweigerlich mit Herrn Spencer einstimmen: „Baby, have mercy!”. Doch, um mit Oliver Kahn zu sprechen, es geht weiter, immer weiter.

Als nächstes wird dem geneigten Hörer purer Funk-Rock um die Ohren gehauen („Monkey rock ’n’ roll“), bis bei Track Nummer vier („Killer wolf“) zum ersten Mal das Tempo gedrosselt wird. Doch was ist das? Klang die Stimme Jon Spencers’ bisher wie eine Mischung aus Elvis Presley, Henry Rollins (man höre nur „Over and over“) und „Schinkengott“ Glenn Danzig, kommt uns der Meister auf einmal wie Mick Jagger daher. Das muss man gehört haben! Denn so könnte tatsächlich eine moderne Ausgabe der Rolling Stones klingen.

Auf diesem hohen Niveau geht es bis zum Schluss weiter. Will heißen: Auf der CD gibt es keinen einzigen Ausfall, denn jeder Song ist ein Highlight. Dabei machen selbst so simple, scheinbar bei AC/DC entliehene, Gitarrenriffs wie bei „Mean heart“ noch unheimlichen Spaß. Das gesamte Album hat eine wahnsinnige Energie und geht über die gesamte Spieldauer von 47 Minuten ab bis zum Anschlag. Im Prinzip ein Pflichtkauf für jeden Rockfan. Zumindest sollte jeder mal hereingehört haben. Es kommt selten vor, dass ein Bandname die Musik so genau beschrieben hat, wie es hier der Fall ist.

Anspieltipps:

  • She said
  • Mean heart
  • Sweet ’n sour
  • The midnight creep
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