Ozzy Osbourne - Down To Earth - Cover
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Ozzy Osbourne Down To Earth


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist unbestritten, dass Ozzy Osbourne seit der Zeit als Frontman der legendären Doom-Götter Black Sabbath als DIE Kultfigur des Heavy Metal gilt.

Die unverwechselbare Mischung aus tiefergestimmten Gitarren, satanisch angehauchten Texten und der sirenenartige Stimme Osbournes wurde zu einem Markenzeichen und fand Millionen Anhänger auf der ganzen Welt. Gepaart mit dem extrovertierten Lebensstil ihres Sängers, bei dem Skandale und Drogenexzesse an der Tagesordnung waren, wurden Black Sabbath und vor allem Ozzy zu Superstars. Als der selbsternannte „Fucking Prince Of Darkness“ seinen Drogenkonsum zunehmend ausweitete und die Kreativität dadurch immer mehr in Mitleidenschaft gezogen wurde, zog seine Band die Notbremse und feuerte ihren Sänger. Das war 1978. Danach startete der Madman der Rockmusik eine großartige Solokarriere und stieg aus dem Drogensumpf auf wie Phönix aus der Asche. Seine Alben verkauften sich wie geschnitten Brot und die Tourneen waren restlos ausverkauft. Zwar gab es auch weiterhin Skandale, etwa als Ozzy einer lebendigen Fledermaus auf der Bühne den Kopf abbiss, aber Sharon, Ozzys Ehefrau und Managerin nahm die Zügel in die Hand und rettete damit dem von einem Exzess in den anderen stolpernden Osbourne das Leben.

Nach sechsjähriger Aufnahmepause kehrt der 52-jährige John Michael Osbourne jetzt mit seinem achten Studioalbum „Down to earth“ zurück. Da schickst es sich nicht schlecht, dass die Promotionmaschinerie bereits auf Hochtouren läuft. Und zwar durch den genialen Einfall, das Leben der Familie Osbourne vom Musiksender MTV für mehrere Wochen, Tag und Nacht, filmen zu lassen. Was keiner ahnen konnte: die 20-minütigen Episoden der Serie „The Osbournes“ entwickelten sich wohl zur lustigsten Realsatire aller Zeiten. Trotz der Gefahr, sich total lächerlich zu machen, bieten Sharon und Ozzy mit ihren Kindern Jack (17) und Kelly (18) jedes Mal göttliche Comedy. Mit Heavy Metal hat das Ganze zwar nicht so viel zu tun. Aber Hauptsache der Fan bekommt dieses auf Ozzys neuer CD geboten.

Das von Tim Palmer, der in den frühen 90er Jahren der Grunge Szene auf die Beine half (Mother Love Bone, Pearl Jam, Brother Cane, Better Than Ezra, Tin Machine), druckvoll und klar produzierte Werk wurde mit einer Riege absoluter Ausnahmekönner ihres Fachs eingespielt. Als da wären: Zakk Wylde an der Gitarre , Robert Trujillo am Bass und Mike Bordin an den Drums . Zum Besten gegeben werden elf Songs, die allesamt als typische Osbourne-Produktionen zu erkennen sind und Experimenten keinerlei Raum bieten. Darunter natürlich auch wieder die obligatorische Ballade für das US Radio („Dreamer“). Ansonsten regiert der harte Rock. Der Hörer bekommt also genau das, was er erwarten konnte. Zakk Wylde traktiert die sechs Saiten in gewohnter Manier und zaubert einige geniale heavy Riffs aus dem Hut. Ozzy fleht und wimmert wie zu seinen besten Zeiten und zelebriert Texte, die sich um Drogen, den Teufel bzw. ihn selbst drehen, falls es da überhaupt einen Unterschied gibt. Sprich, alles wie gehabt.

Da vermutlich niemand allen Ernstes eine Ozzy-Osbourne-CD erwirbt, um neue musikalische Erkenntnisse zu erlangen, kann sich der geneigte Hörer auf ein traditionelles Metal-Album freuen.

Anspieltipps:

Gets me through
That I never had
Running out of time

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