Weezer - Maladroit - Cover
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Weezer Maladroit


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Band muss höllisch aufpassen, dass sie nicht ihren Heldenstatus verspielt!

Was ist denn plötzlich in die Herren von Weezer gefahren? War das Quartett aus Los Angeles bisher dafür bekannt, zwischen ihren Alben schon mal locker fünf Jahre vergehen zu lassen, kommt nun, nach nur einem Jahr, der Nachfolger des „grünen Albums“ auf den Markt. Der Verdacht eines Schnellschusses liegt da unweigerlich nahe.

Weezer tauchten erstmals im Sommer 1994 mit ihrem sogenannten „blauen Album“ auf und nahmen die Charts der Welt mit Singlehits wie „Buddy Holly“, „Undone - The sweater song“ und „Say it ain’t so“ im Handstreich für sich ein. Das Debüt wird seitdem als Meisterwerk kultisch verehrt. Wann hatte es so was schon mal gegeben? 10 Songs, 10 Hits. Unglaublich. Der zwei Jahre später erschienene Nachfolger „Pinkerton“ geriet dann zum kommerziellen Flop, obwohl die musikalische Qualität nach wie vor viele andere zu der Zeit angesagten Bands in den Schatten stellte. Vielleicht waren die Songs etwas zu sperrig für die Charts. Aber als Album funktionierten die Titel prächtig. Von diesem Schock erholte sich die Band um Mastermind Rivers Cuomo nicht so schnell und kehrte erst im letzten Jahr mit dem „grünen Album“ ins Rockbusiness zurück. Wieder gab es zehn catchy Songs, von denen es sogar zwei in die Rotation der Musiksender schafften („Hash pipe“ und „Island in the sun“). Ein gelungenes Comeback.

Rekordverdächtige zwölf Monate später haben Weezer eine neue Platte im Anschlag und präsentieren auf „Maladroit“ 14 mit Stammproduzent Ric Ocasek eingespielte Stücke. Darunter nochmals „Island in the sun“ vom letzten Album. Da darf man sich getrost fragen, was das soll. Hat die Plattenfirma etwa kein Vertrauen in das neue Material, oder sollen die Fans für dumm verkauft werden? Auf jeden Fall kommt diese Maßnahme einer Bankrotterklärung gleich. Sei’s drum. Viel wichtiger ist, was Weezer mit den übrigen (neuen) Songs aufzubieten haben.

Die große Stärke dieser Band war es schon immer, tolle Melodien in harte Pop-Rock Songs mit catchy Riffs zu verpacken. Davon haben Weezer auch bei ihrem neuesten Werk nichts eingebüßt, wie die ersten zwei Songs „American Gigolo“ und „Dope nose“ beweisen. Rivers Cuomo trällert coole Mitgrölrefrains und die Leadgitarre singt dazu. So kann’s auch gehen. Jedenfalls ein starker Einstieg. Doch dann gehen sinkt der Gute-Laune-Pegel langsam. „Keep fishin’“ ist noch ganz nett, aber bei „Take control“ packt die Band auf einmal übelste 80er Jahre Hardrock Riffs aus. Grausam oder genial, das ist hier die Frage. Darauf folgt der Tiefpunkt mit der schrecklich banalen Ballade „Death and destruction“. Rätselhaft, was die Band damit bezwecken will. Mit „Slob“, im Stile des „Pinkterton“-Albums, und „Burndt jamb“ reißen sich die Herren nochmals etwas am Riemen, ehe mit den restlichen Songs wieder die Mittelmäßig Einzug hält.

So muss die Band höllisch aufpassen, dass sie nicht ihren Heldenstatus verspielt, den sie mit ihren ersten Werken erworben hat. Trotz allem ist das Album noch sieben Punkte wert, obwohl es bisher nicht gekannte Ausfälle in der Weezer Schöpfung bereithält.

Anspieltipps:

  • American Gigolo
  • Dope nose
  • Slob
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