Jewel - This Way - Cover
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Jewel This Way


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 60 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach drei Jahren Wartezeit legt Jewel mit „This way“ endlich ein neues Album vor und kann auf Anhieb die gewohnte Überzeugungskraft an den Tag legen.

Die 27-jährige Jewel Kilcher zählt mit über 23 Millionen verkauften Alben zur Speerspitze einer neuen Generation überaus talentierter weiblicher Singer/Songwriter. Aufgewachsen in der Einöde Alaskas, interessierte sich die kleine Jewel schon in frühester Kindheit für Musik und hatte bereits im zarten Alter von sechs Jahren erste Auftritte in Eskimo Dörfern.

Fasziniert vom Traum einer Musikerkarriere, zog sie später in einem klapprigen VW-Bus durch die Gegend und verdiente sich ihren Lebensunterhalt mit Auftritten in Clubs und Kaffeehäusern, bis sie 1994 vom großen Warner Bros. Label entdeckt und unter Vertrag genommen wurde. Ihr Debütalbum „Pieces of you“ (1995), eine Anreihung wunderbar romantischer Folksongs, auf denen sich Jewel mit ihrer akustischen Gitarre begleitete, avancierte mit über elf Millionen abgesetzten Einheiten zum absoluten Megaseller und katapultierte die zierliche Person in den Himmel der Musikwelt. Seit dem veröffentlichte die emsige Künstlerin mit „Spirit“ (1998) und „Joy: A holiday collection“ (1999) zwei weitere Alben sowie zwei Gedichtbände mit den dazugehörigen „Spoken Word“ CDs („A night without armor“ und „Chasing down the dawn“).

Nach drei Jahren Wartezeit legt Jewel mit „This way“ endlich ein neues Album vor und kann auf Anhieb die gewohnte Überzeugungskraft an den Tag legen. Kein Wunder, zählt doch die Stimme von Frau Kilcher zu den wandlungsfähigsten der Szene. Mal gibt sie sich kraftvoll und optimistisch („This way”), dann wieder leise und fragil („Break me“) oder kindlich vergnügt („Standing still“). Inzwischen beherrscht sie sogar die Rockröhre („Love me, just leave me”). Allein schon aufgrund dieser stimmlichen Vielfalt dürfte es jedem Hörer ein großes Vergnügen bereiten, sich die 14 Songs zu Gemüte zu führen. Da spielt es auch keine große Rolle, wenn die Texte bisweilen etwas banal erscheinen. Wie wir wissen, hat Teen- und Twen-Lyric auch ihre gewissen Reize. Und im Vergleich zum Debüt ist ein Reifeprozess vom niedlichen Backfisch zur jungen Frau nicht von der Hand zu weisen.

Ganz deutlich ist auch ein Unterschied in der Herstellung dieses Albums auszumachen. Unter Mithilfe von Dann Huff (Megadeth, Celine Dion, Shania Twain) entfernt sich Jewel mit diesem Werk von ihren Country- und Folk-Wurzeln und präsentiert eine perfekte, pop-orientierte Produktion, die dem Klischee des einsamen Mädchens mit der Gitarre nicht mehr viel Nährstoff bietet. Dabei gibt es wieder einmal so viele wunderschöne Melodien zu entdecken, dass dem Album ein dauerhafter Platz im CD-Player zugesprochen werden muss. Selbst wenn die Fans der ersten Stunde den Schritt vom Folkartist zum Pop/Rock-Star nicht mitmachen sollten, dürfte Jewel mit dieser hervorragenden CD eine Menge neuer Anhänger dazugewinnen.

Für mich ist „This way“, neben dem aktuellen Sheryl Crow Album, der Sommerhit 2002!

Anspieltipps:

  • Standing still
  • Break me
  • Till we run out of road
  • I won’t walk away
  • Love me, just leave me
  • Cleveland
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