Oasis - Heathen Chemistry - Cover
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Oasis Heathen Chemistry


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 55 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Man mag es halten mit den Gallagher-Brüdern sowie Konsorten, wie man es will, eines wird man eingestehen müssen: In ihren Anfangswerken "Definitly Maybe" und "Morning Glory" war den Briten Musik einer Qualität gelungen, die gerade in den 90er Jahren beispiellos war. Doch der Erfolg lastete schwer auf den Schultern und man schien langsam aber sicher ins Mittelmaß abzudriften, bis man schließlich auf den Schultern von Giganten stehen musste, anstatt gute Songs zu liefern. Die Erwartungen an "Heathen Chemistry", dem 5. regulären Studioalbum nach "Standing On The Shoulder Of Giants", waren daher eher gering. Was wollte man schon von einer Band erwarten, die zuletzt hoffnungslos überladene Songs wie "Gas Panic!" oder "Sunday Morning Call" produzierte?

"Heathen Chemistry" ist - wenn man so will - die derzeit wohl beste Antwort der fünf Prolls aus Manchester. Ein Album, dass doch dezent überrascht: So durfte bis auf Drummer Alan White die gesamte Band mitmischen, jeder lieferte mindestens einen Song, auch wenn zwischen Mini-Interludes wie "A Quick Peep" (das an die namenlosen Zwischenspiele von "Morning Glory" erinnert) und gestandenen sechs Noel-Gallagher-Songs doch ein beachtlicher Qualitätsunterschied liegt.

"Heathen Chemistry" ist hochsolide Rockkost, mit nicht zu unterschätzendem Prollfaktor, und vor allem, und das ist die wahre Errungenschaft von Oasis im neuen Jahrtausend: Der Verzicht auf ausufernde Arrangements, auf zuckersüßes Pathos und endlose Soli. Die Songs kommen für Oasis-Verhältnisse erstaunlich schnell zur Sache und überschreiten kaum einmal die 5-Minuten-Marke. Ob das jetzt der knackige Opener "The Hindu Times" ist, das an alte Wonderwall-Zeiten anknüpfende "Stop Crying Your Heart Out" oder ein hervorragender Mitgrölsong wie "Little By Litte": Hier wurde eine Platte geschaffen, die sogar zeitweise an Anfangstage erinnert ("Hung In A Bad Place") und den langerwarteten Impuls einer vermeintlich satten Band darstellt. Natürlich, auch hier wird den Beatles nicht zu knapp gehuldigt ("She Is Love", "Songbird"), aber das war ja schon immer mehr die Stärke von Oasis, die sich hier trotz kleinerer Ausnahmen keine Blöße geben und erfrischend aufspielen.

Wer Oasis allerdings schon immer nicht gemocht hat, wird dann doch kein Freund ihrer Musik werden, die noch immer sehr britisch ist und vor Overstatements auch im Booklet nur so wimmelt. Für den Rest der Welt ein erfreuliches Album voller runder Songs, die sicher noch den einen oder anderen neuen Oasis-Fan nach sich ziehen werden.

Anspieltipps:

  • The Hindu Times
  • Stop Crying Your Heart Out
  • Songbird
  • Little By Little
  • She Is Love
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