Norah Jones - Come Away With Me - Cover
Große Ansicht

Norah Jones Come Away With Me


  • Label: Blue Note/EMI
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit ihrem Debütalbum ist Norah Jones ein außergewöhnliches Werk gelungen, das es tatsächlich schaffen kann, die Jazzmusik einem großen Publikum näher zu bringen.

„Come away with me“, eine Aufforderung, der man beim Blick in die rehbraunen Augen des musikalischen Multitalents auf dem Cover ihrer ersten CD sofort Folge leisten möchte. Doch Vorsicht! Obwohl allgemein bekannt ist, dass gutes Aussehen einer großen Karriere nicht schaden kann, steht bei der Newcomerin eindeutig die Musik im Vordergrund. In Fachkreisen wird die in Brooklyn lebende Musikerin bereits als ein neuer Stern am Himmel der Jazzmusik gehandelt, der schon im zarten Alter von 23 Jahren brillante Talente als Sängerin und Songschreiberin unter Beweis stellt.

Norah Jones wurde am 30.03.1979 in New York City geboren. Von frühester Kindheit an galt ihr große Leidenschaft der Musik. Sie sang bereits im Alter von fünf Jahren im Kirchenchor, erlernte mit sieben Jahren das Klavierspiel und später in der Highschool Altsaxophon. Als sie vier Jahre alt war, zog sie mit ihrer Mutter nach Dallas, Texas, wo sie später ein Musikstudium (Fachrichtung Jazzpiano) begann und nebenher Auftritte in kleinen Cafés absolvierte. Im Sommer 1999 zog es die Künstlerin in ihre New Yorker Heimat zurück. Dort spielte sie ein Jahr lang mit der Funk-Fusion Band WAX POETIC und gründete nebenbei eine eigene Band. Im Oktober 2000 spielte sie eine EP mit dem Titel „Norah Jones first sessions“ ein, ehe sie Anfang 2001 einen Solo-Plattenvertrag beim renommierten Label Blue Note unterzeichnete. Das Ergebnis liegt nun in dem Album „Come away with me“ vor.

Ähnlich wie bei Diana Krall, dem seit Jahren weltweit erfolgreichen Jazz-Beauty aus den USA, versucht das Label Blue Note, Jazzmusik einer breiten Hörerschicht näher zu bringen, in dem bekannte Barjazz-Standards gepaart mit eigenen Kompositionen ganz vorsichtig an Country, Pop, Folk und Blues herangerückt werden. Unterstützt von zahleichen Musikergrößen, wie Bill Frisell (Gitarre), Brian Blade (Drums) oder Sam Yahel (Orgel) und Produzenten-Veteranen wie Arif Mardin (Willie Nelson, Aretha Franklin, Dusty Springfield), Jay Newland und Craig Street (Cassandra Wilson) werden auf der vorliegenden CD 14 gefühlvolle Songs in atmosphärischen Gewändern dargeboten, die eine knappe Dreiviertelstunde regelrechte Club-Stimmung aufkommen lassen. Grundlage aller Kompositionen ist ein Piano- oder Hammondorgel-Teppich, der mit leichten Gitarren- oder Violinenriffs aufgelockert wird.

Herausragendes Element ist dabei die unverbrauchte, charakterstarke Stimme von Norah Jones, die die Songs entschieden aber zurückhaltend dominiert. Die gesamte Platte ist sehr luftig arrangiert und klingt zu keiner Zeit überladen. Was vielen Menschen bei Jazzmusik Angst macht, nämlich ausufernde Improvisationen und nicht erkennbare Melodien, findet hier überhaupt nicht statt. Die Instrumente werden äußerst sparsam eingesetzt und unterstützen zu jeder Zeit den Gesang. Zwar mag es für eine Jazzplatte auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich sein, wenn bei einigen Stücken eine country-eske Steelguitar erklingt, aber nach kurzer Zeit erkennt man dieses Stilmittel als selbstverständlich an und gibt sich dem Charme der Melodien hin.

Mit ihrem Debütalbum ist Norah Jones ein außergewöhnliches Werk gelungen, das es tatsächlich schaffen kann, die Jazzmusik einem großen Publikum näher zu bringen. Wer sich noch nie an eine Jazzplatte herangetraut hat, kann den Versuch mit dieser CD getrost wagen.

Anspieltipps:

  • Come away with me
  • Shoot the moon
  • Turn me on
  • One flight down
  • The long day is over
Neue Kritiken im Genre „Jazz-Pop“
Diskutiere über „Norah Jones“
comments powered by Disqus