Stone Sour - Stone Sour - Cover
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Stone Sour Stone Sour


  • Label: Roadrunner/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Künstlerisch stellt dieses Album ein Armutszeugnis dar.

Die augenscheinlichste Sensation an Stone Sour ist nicht die Musik, sondern die Tatsache, dass sich hier die Herren Corey Taylor und James Root, ihres Zeichens Maskenträger bei der aus Iowa stammenden Radaubande Slipknot, ganz ohne kindische Clowns-Masken und durchnummerierte Strampelanzüge (Taylor und Root sind die # 8 bzw. # 4) zeigen und einzig die Musik für sich sprechen lassen.

Stone Sour, die sich nach einem Cocktail benannten, wurden 1992 von Corey Taylor und Joel Ekman gegründet, also lange vor Slipknot, dümpelten aber erfolglos vor sich hin und schafften es nicht mal, einen Plattendeal zu ergattern. Als Konsequenz wurde die Band ad acta gelegt und Taylor verdingte sich fortan als Brüllaffe bei den Weirdos von Slipknot. Anfang 2002 beschloss man, die alte Band zu neuem Leben zu erwecken und ein Album aufzunehmen. Mit den Erfolgen seiner Hauptband im Rücken, würde es diesmal auch kein Problem darstellen, einen Schallplattenvertrag zu bekommen. In einem Studio in Los Angeles wurde zehn Jahre nach Gründung der Band in der Besetzung Corey Taylor (Vocals), James Root (Gitarre), Josh Rand (Gitarre), Shawn Economaki (Bass) und Joel Ekman (Drums) nun endlich das Debütalbum aufgenommen.

Musikalisch präsentiert uns der Fünfer aus Iowa eine Melange aus Grunge, Hardrock, Punk und Heavy Metal. Also nicht gerade das, was der gemeine Knothead von seinen Bollermännern gewohnt ist. Doch wer mit den genannten Stilarten auf einer Wellenlänge liegt, den werden auch die 13 Songs von Stone Sour zusagen. So ist der Opener „Get inside“ ist ein derber Speed-Rock-Song mit tiefer gestimmten Gitarren und Rap-Einlage. Auf „Orchids“ geht es etwas gemäßigter zu Werke, aber auch hier dominieren Moll tönende Stakkato-Gitarren. Bei Song Nummer drei („Cold reader“) ist immer noch keine neue Variante festzustellen. Zwar klingen die Vocals in den Passagen, in denen Taylor mal nicht herumbrüllt nach Layne Staley (Alice In Chains), aber die Gitarren tönen weiterhin austauschbar und beliebig. Dieses Spielchen setzt sich von Song zu Song fort und führt auf Dauer zu großer Langeweile. Hier wurden aus einigen, zugegeben, coolen Riffs, Songs zusammengeschustert, die dauerhaft nicht überzeugen können. Einzige wirkliche Perle ist die Ballade „Bother“, die sinnigerweise als erste Singleauskopplung herhalten muss. Hier lebt Mr. Taylor seine Vorliebe für Alice In Chains vollends aus, auch wenn die Akustikgitarre anscheinend bei Richie Sambora (Bon Jovi) entliehen wurde und wie ein Sample aus seligen „Slippery when wet“-Tagen klingt.

Deshalb und wegen seiner prominenten Protagonisten wird die CD sicher eine Schar potenzieller Käufer anlocken. Künstlerisch stellt sie dagegen ein Armutszeugnis dar. Corey Taylor hat zwar eine überraschend gute Gesangs(!)stimme und seine Texte mögen auch nicht die schlechtesten sein. Es fehlt ihm aber an Mitstreitern, die seinen Songs ein abwechslungsreiches Gewand verpassen und die Platte vor der absoluten Eintönigkeit retten.

Anspieltipps:

  • Take a number
  • Get inside
  • Bother
  • Monolith
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