Filter - The Amalgamut - Cover
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Filter The Amalgamut


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Pop-Rock mit kleineren Schwächen, den man wunderbar zwischen zwei genialen "Songs For The Deaf"-Sessions auflegen kann.

Nette Melodien, viele Gitarren, eingängige Hooks und viel, viel Hitpotenzial: Das sind die vier Eigenschaften, die man der Popmusik, zumindest der gehobenen, No Angel- und Brosis-freien, zuschreibt. Von solchen Werten waren "Filter", die Band um Richard Patrick, der früher bei den "Nine Inch Nails" gespielt hat, vor nicht allzu langer Zeit durchaus weit entfernt. Mit "Title Of Record" war der erste Schritt in Richtung Alternative-Pop getan. Jetzt der Nachfolger: "The Amalgamut", das eine gewisse Schizophrenie nicht von sich weisen kann.

Denn Filter tun hier alles, um nicht in Popklischees abzudriften. Nicht nur das wilde Gekreische von "Columind" steht im krassen Gegensatz zu Mainstream-Stücken wie dem hochmelodiösen "Where Do We Go From Here" oder der Fast-Ballade "The Missing". Einerseits schreit man "Motherfucker" ins Mikro ("So I Quit") und mimt die Nu-Metal-Sau, dann scheint man in "The Only Way Is The Wrong Way" Duran Duran näher zu sein als Nirvana. Sicher, alle Songs haben eine gehörige Portion Wucht und Emotion zu bieten, aber eine klare Linie lassen sie vermissen. Und der Abschluss, bei dem wohl versucht wurde, Charts-Hörer durch (man verzeihe mir die Wortwahl) pseudospirituelles Geseire zu verschrecken, verwirrt vollends: Lechzend wartet der Hörer im Schlusstrack auf ein hergaloppierendes Gitarrenriff, das dem Song seine Ehre rettet. Man wartet vergeblich und wurde Zeuge eines Totalausfalls am Ende einer leicht verwirrenden CD.

Doch die soeben genannten Vorwürfe sind auch die einzigen, die man Filter machen kann. Trotz aller Stil-Unsicherheit haben die Songs an sich Schmackes und gehen schnell ins Ohr. Irgendwo, sagt man sich zwar, hat man das alles schon gehört, aber die CD bietet soliden popseligen Rock, der wie gesagt hin und wieder ausrastet. Das ist nichts Schlechtes und weiß zu gefallen. Auch die Halbballaden auf der CD brauchen sich nicht zu verstecken, sie sind sehr schön anzuhören und überhaupt haben einige Songs auf der Platte ein Hitpotenzial, nachdem sich etliche aktuelle Band sehnen. Das hat sich zwar nach 3-4 maligem Durchhören abgenutzt, aber dennoch ist "The Amalgamut" gutgemachter Pop-Rock mit kleineren Schwächen, den man wunderbar zwischen zwei genialen "Queens Of The Stone Age - Songs For The Deaf"-Hörsessions auflegen kann.

Anspieltipps:

  • Where Do We go From Here
  • The Only Way Is The Wrong Way
  • American Cliché
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