The Shining - True Skies - Cover
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The Shining True Skies


  • Label: Zuma/SONY
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Um auf dem Höhepunkt des BritPops um 1995 den maßlos gehypten Vorzeigebands "Blur" und "Oasis" Paroli zu bieten, fanden sich 5 Männer zusammen, um ein Album aufzunehmen, das alle Meisterwerke der Rockmusik locker erreicht hat: "Urban Hymns". Damit war der Höhepunkt gefunden, der Britpop war am Ende, "Oasis" oder "Blur" lieferten nur noch Mittelmaß ab und "The Verve", und um diese Band dreht es sich, lösten sich auf. Ihr charismatischer Frontmann Richard Ashcroft startete wie erwartet ein durchaus erfolgreiches Soloprojekt, doch vom Rest der Combo war seit 1997 nicht wirklich etwas zu hören.

Bis sich mit "The Shining" eine Art Nachfolgeband von "The Verve" zusammenfand, bestückt mit Simon Tong und Simon Jones an den Saiteninstrumenten sowie einem neuen Frontmann, Duncan Baxter, der in seiner stimmlichen Vielfalt nicht selten an das Ashcroft-Organ erinnert.

Doch nun zum Debüt, "True Skies". "I kept my feet on the ground - Till my ship ran around - Then I soon lost my way" dröhnt einem das groovige "Quiksilver" entgegen und vielleicht ist diese Botschaft schon symptomatisch für das gesamte Erstwerk. Bodenständigkeit, Aufbruch, Orientierungslosigkeit, so könnte man die Briten von "The Shining" aufgrund ihrer bekannten Vergangenheit beschreiben. Denn "True Skies" hat zwar etliche sehr gute Songs, die in ihrer rhythmischen Dichte und der wunderbaren Stimme von Duncan Baxter öfters mal das Niveau von "The Verve" erreichen. Doch zur vollkommenen Glückseligkeit fehlt die Geschlossenheit einer richtigen Band, und natürlich auch ein bisschen die Eigenständigkeit. Gut, "I Wonder How" ist ein erstklassiger Song, sowohl vom Songwriting als auch vom Arrangement, aber frisch wirkt das Ganze keinesfalls - wieder im Hinblick auf die Größen des Brit-Rock. Ein "Find A Reason" oder das wirklich ärgerliche "Until The End" lassen ein entspannendes Hörerlebnis nicht zu, da die Songs die Homogenität einer geschlossenen Platte vermissen lassen. Zuviel unnötiges Material ("Danger") wechselt sich hier mit großen, hymnischen Rocksongs ab.

So bleibt am Ende eine solide Platte mit einigen Hämmern, sowohl positiver als auch negativer Natur, der man aber als Anhänger von "The Verve" unbedingt Gehör schenken sollte, da hier der Rock im Gegensatz zum aktuellen Trend ("Coldplay", "Vega 4") wieder groß geschrieben wird. Und "True Skies" wird sicherlich auch ganz hervorragend dazu geeignet sein, die Wartezeit auf das neue Album von Richard Ashcroft ("Human Conditions", VÖ 21.10.2002) zu verkürzen.

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