Transplants - Transplants - Cover
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Transplants Transplants


  • Label: Hellcat Records/SPV
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Side-Projects bekannter Band-Heroen sind immer so eine Sache. Selten kommerziell, toben sich die Musiker meist abseits des Mainstreams aus. Das verkauft sich zwar in den seltensten Fällen wirklich gut, bringt den Beteiligten aber eine Menge Spaß. Und wenn dieser dann auch für den Hörer abfällt, sind doch alle zufrieden. Nun also The Transplants. Im Dezember 1999 im Los Angeles von Rob Aston und Rancid-Mastermind Tim Armstrong gegründet, stieß später noch Drummer Travis Barker von Blink 182 und Box Car Racer zur Stammformation.

Das Ergebnis, das die Jungs präsentieren, ist in bestem Sinne zwiespältig. Das selbstbetitelte Debüt vereint verschiedene Stilarten wie Punk, Metal, Hip Hop und Rap. Das hat zur Folge, dass die Transplants ein halbes Dutzend kompromisslos-gute punkige Nummer auf’s Parkett zaubern, dass einem warm um’s Herz wird. „Romper stomper“, das temporeichste Stück des Albums, dröhnt gleich los wie die Feuerwehr und erinnert ein wenig an Black Flag. Ein starker Auftakt, der von der ersten Single, dem Fun-Punker „Tall cans in the air“, der klingt als seien die Strokes auf Uppers, noch übertroffen wird. „DJ. DJ.“ zeigt, dass The Transplants auch mal zur Not eine catchy hookline aus der Tüte holen können - immer dominiert von Tim Armstrongs Organs, dass doch oft an Henry Rollins erinnert. Frühe Fun Lovin’ Criminals gepaart mit ein bisschen Gorillaz sind aus dem superben “Diamonds and guns“, das wie eine Dampflok vorsichherschnauft, herauszuhören. Mit jodelnder Hammond-Orgel im Intro macht sich „Sad but true“ auf, den seligen Sex Pistols zu gedenken - jedenfalls, wenn die in der Lage gewesen wäre, Instrumente zu spielen.

Die Hip-Hop-Einflüsse tauchen in den Songs auf, dienen aber vielmehr als sinnvolle Ergänzung der Tracks. Langsam, aber sicher wechseln die Transplants nun das Genre. Der Punk muss weichen, Hip Hop („California Babylon“, „We trusted you“, „Down in Oakland“) und Rap („D.R.E.A.M.“) spielen sich in den Vordergrund. Neben Aston mischt auch Punk-Organ Armstrong dort mit, obwohl er im härteren Sektor besser aufgehoben ist. Die Frage ist nur, warum dieser derbe Stilbruch? Zur Bedienung zweier unterschiedlicher Zielgruppen? Möglich, aber fraglich. Die Rap/Hip-Hop-Fraktion wird vom Punk erdrückt und die Punk- und Rockfans fragen sich, warum die Burschen nach gut der Hälfte der CD aufgehört haben, teils grandiose Reißer aus dem Hut zu ziehen.

So wirkt das Endresultat alles andere als homogen. Das Spagat zwischen den Genres kommt zu holprig und überflüssig daher. Das ändert jedoch nichts daran, dass sich auf dem Transplants-Debüt ein halbes Dutzend Mördernummern verstecken. Und die sind es mehr als wert, entdeckt zu werden…

Anspieltipps:

  • Tall cans in the air
  • Diamonds and guns
  • Romper stomper
  • Sad but true
  • DJ. DJ.
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