Eminem - Soundtrack: 8 Mile - Cover
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Eminem Soundtrack: 8 Mile


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 89 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Filmmusik von Eminem und Dr. Dre wird mit Sicherheit die Charts stürmen.

Eines der größten Phänomene in der jüngsten Musikgeschichte ist der immense Erfolg eines gewissen Marshall Bruce Mathers III, besser bekannt als Eminem. Egal, was der kleine weiße Junge aus St. Joseph, Missouri, und sein kongenialer Partner Dr. Dre auch anfassen, es wird zu einem kommerziellen Erdbeben und steckt seit nunmehr vier Jahren, als Eminem mit seinem Debütalbum „The Slim Shady LP“ auf der Bildfläche erschien, alles in die Tasche.

Seine Eltern, Debbie Mathers-Briggs und Marshall Bruce Mathers II, verstreiten & scheiden bereits nach einem Jahr. So wird Eminems Kindheit stark gekennzeichnet durch das Fehlen seines Vaters und den Drogen- und Alkohol-Eskapaden seiner Mutter, deren Beziehungen zu Männern ebenfalls sehr oft wechselten, genau wie ihr Wohnort. Eminem wächst also als Mitglied der ärmsten weißen Unterschicht der USA, der so genannten „White Trash“, auf. Schließlich mit 13 Jahren gibt Eminem der Freestyle-Rap Halt und Perspektive. Die Familie wird in Detroit sesshaft und Eminem beginnt sich für Rap-Musik zu interessieren. Doch er braucht Jahre, um in Freestyle-Battles in der Detroiter Underground-Szene Anerkennung und Respekt zu erlangen. Obwohl er einer der geschicktesten Nachwuchs-Rapper der Szene ist, muss Eminem erst sämtliche „Rassenbarrieren“ überwinden, um wegen seiner weißen Hautfarbe auch bei den Schwarzen, die den Rap für sich beanspruchen, akzeptiert zu werden. Von diesem Kampf, aus der Gosse Detroits ganz nach oben, handelt der Film „8 Mile“ von Regisseur Curtis Hanson („L.A. Confidential“, „The Wonder Boys“, „Die Hand an der Wiege“), der am 30. Januar 2003 in den deutschen Kinos startet. Eminem spielt in dem Film die Rolle des Jugendlichen Jimmy und erhält Unterstützung von Brittany Murphy und Kim Basinger, die seine Mutter spielt. Ursprünglich „The Untitled Detroit Project“ betitelt, zeigt „8 Mile“ (Filmkritik hier:) genau die Emotionen aus Hass, Kampf und Frustration des jungen Marshall Mathers auf dem Weg an die Spitze. Ganz stilecht wird dies durch einen amtlichen Soundtrack und die im Film eingestreuten „Battle Rhymes“ in Szene gesetzt.

Auf dem Soundtrack-Album befinden sich viele von Marshall Mathers Label-Schützlingen (Shady Records). So geben neben Obie Trice, 50 Cent (der ganz aktuell zu den Verdächtigen im Mordfall Jam Master Jay von RUN D.M.C. zählt), D-12, Boomkat und Young Zee, auch erfahrene Hochkaräter des HipHop-Biz wie Jay-Z, Nas, Xzibit, Rakim und Gangstarr neue Songs zum Besten. Den Anfang macht natürlich der Hauptdarsteller, nämlich Eminem höchstpersönlich, mit „Lose yourself“, dem absoluten Highlight des Soundtracks. Wie gewohnt, präsentiert der Meister seine aggressiven Rhymes, die gewiss nicht jedermanns Sache sind, aber für weltweiten Erfolg garantieren. Somit war klar, dass „Lose yourself“ die erste Singleauskopplung aus dem „8 Mile“-Soundtrack sein würde. Standesgemäß stieß der Song bis auf Platz 1 der Billboard Charts vor und verdrängte den ewig auf der Eins parkenden Mega-Burner „Dilemma“ von Nelly featuring Kelly Rowland (Destiny‘s Child). Eminem ist es auch, der den gleichnamigen Titel „8 Mile“ beisteuert. Doch vor diesem Song rappt er zusammen mit Obie Trice und 50 Cent auf „Love me“. Darauf folgen „Adrenaline rush“ von Obie Trice, „Places to go“ von 50 Cent und „Rap game“ von D-12 inklusive Eminem. Die oben angedeuteten Kracher von Jay-Z featuring Freeway „8 miles and runnin‘“, Xzibit „Spit shine“ mit starken Rhymes und fettem Beat, sowie Nas mit „U wanna be me“, einem Diss-Song, bei dem fraglich ist, wer gemeint ist bzw. wer wie Nas sein möchte, lassen dann natürlich auch nicht lange auf sich warten. Wird auf „U wanna be“ erneut Jay-Z (Shawn Carter) in diesem Track gedissed? Auch die Oldschool-Rapper Rakim „R.A.K.I.M.“ und Gangstarr mit „Battle“ melden sich mit neuen Songs zurück. Rakim, der zusammen mit Truth Hurts auf „Addictive“ zeigte, was er noch drauf hat, steuert mit „R.A.K.I.M.“ einen weiteren Hit bei, unterlegt mit Beats mady by Dr. Dre. Dre ist es auch, der bei 50 Cents „Wanksta“ als Producer agierte. Wer nun dachte, dass es sich hier um einen reinen HipHop Soundtrack handelt, der täuscht sich. Macy Gray ist es, die mit „Time of Life“, mit ihrer souligen Stimme für Abwechslung sorgt. Auf jeden Fall ein vergleichbar guter Song wie Ihre Debütsingle „I try“.

Special Edition:

Absolut angesagt ist im Augenblick, jedes hitverdächtige Album, neben der regulären Version, als Doppel-CD auf den Markt zu werfen. Das ganze nennt sich dann „Special Edition“ und kostet eine ganze Stange Geld mehr. So geschieht es auch selbstredend mit dem „8 Mile“-Soundtrack. Wer sich hier für die „Special Edition“ entscheidet, erhält neben den oben angesprochenen Songs (insgesamt 16 Stück), eine 21-minütige Bonus-CD names „The Shady/Aftermath Sampler“, mit bisher unveröffentlichten Tracks der gleichnamigen Labels von Dr. Dre und Eminem. Darauf befindet sich Bonus-Material von Eminem („Stimulate“), ein kurzer Freestyle von 50 Cent auf den Beats von Eminems „Till I Collapse“ aus dem Album „The Eminem Show“ (2002); Joe Beast mit „Gangsta“, Brooklyn mit „The Weekend“ und Shaunta mit „California“. Opener der Bonus-CD ist Obie Trices „Rap Name“. Ein Song, bei dem vielen der Refrain aus dem Intro von Eminems No.1-Hit „Without me“ bekannt verkommen dürfte. Egal ob Einfach- oder Doppel-CD, enthalten beide Soundtrack-Versionen einen Code, mit dem man im Programm „Eminem Desksite“ exklusiven Zugang auf unzensiertes Videomaterial und Interviews erhält. Die notwendige Software dazu kann man sich auf Eminems Homepage herunterladen.

Ob Eminem als Schauspieler genauso überzeugen kann wie als Rapper, wird sich den deutschen Fans erst nächstes Jahr zeigen. Die Filmmusik von Eminem und Dr. Dre wird aber mit Sicherheit schon bald die Charts stürmen. Ein insgesamt guter Soundtrack ist das Endresultat, der für Fans des Shady-Sounds einfach ein Muss ist.

Anspieltipps:

  • Lose yourself
  • Mile
  • Rap game
  • 8 miles and runnin’
  • Spit shine
  • Time of my life
  • R.A.K.I.M.
  • Rabbit run
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