Jay-Z - The Blueprint 2 (The Gift And The Curse) - Cover
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Jay-Z The Blueprint 2 (The Gift And The Curse)


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 110 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Vom Drogendealer zum Millionär? Genau dieser Aufstieg gelang Shawn Corey Carter, besser bekannt als Jay-Z. Mühsam brachte er anfangs in Plattenläden, in denen er häufig abhing, seine Tapes an den Mann. Jay-Z war Mitglied der Originators und machte sich mit Gastauftritten bei Original Flavor und Mic Geronimo bereits einen guten Namen. Den Einstieg in die Rapszene verdankt Jay-Z dem Produzenten DJ Clark Kent, der schon die Junior M.A.F.I.A. und Skin Deep produziert hat. Der damals eher unbekannte, aber talentierte Shawn Carter wollte jedoch auf eigenen Beinen stehen und mehr Verantwortung übernehmen. Zusammen mit Damon Dash und Kareem „Biggs“ Burke gründete er 1996 das Label Roc-A-Fella Records. Das Ergebnis war sein Debütalbum „Reasonable Doubt“. Seine ersten Singles verhalfen „Jigga“, wie er häufiger genannt wird und sich selbst nennt, zu seinem Image, als einer der innovativsten Künstler im Rap-Business. Es folgte eine spektakuläre Trilogie, die er 1997 mit „In my lifetime - Vol. 1“ einläutete und 1998 mit „Vol. 2 ... Hard knock life“ inklusive der gleichnamigen Ghetto-Hymne fortsetzte. Mit „Vol. 3 ... Life and times of S. Carter”, dem letzten Teil, folgte dann eine musikalische Wende. Der Inhalt seiner Songs bezog sich nun mehr auf Battletracks, Sexstories und dem von ihm sehr geschätzten Luxus, vergisst in seinen Lyrics aber nie an das Ghetto zu denken. Schließlich hat er neben seinem Label (Roc-A-Fella Records), eine Klamottenlinie (Roca Wear) und eine Filmproduktionsfirma (Roc-A-Fella Films) am Start, sodass er reinen Ghettostuff, zumindest in dieser Form, nicht mehr bringen konnte. In den Jahren 2000 und 2001 erschienen die beiden Album-Klassiker „The dynasty – Roc la familia“ und „The blueprint“.

Mit der ersten Def-Jam-Doppel-CD „The blueprint 2: The gift & the curse“ veröffentlicht Jay-Z nun sein mittlerweile siebtes offizielles Solo-Studioalbum. Das Werk beinhaltet Features und Produktionshilfen von Dr. Dre, Rakim, Truth Hurts, Beyoncè Knowles, Faith Evans, Lenny Kravitz, den neu auf Roc-A-Fella Records gesignten M.O.P., Timbaland und natürlich The Neptunes. Die „Gift-CD“ startet mit „Dream“ featuring Faith Evans und The Notorious B.I.G. (R.I.P.), in dem es um einen Traum von Jay-Z über seinen am 9. März 1997 erschossenen Kumpel Biggie Smalls (Christopher Wallace) geht. „The blueprint 2“ enthält auch wieder einige Samples und Cover-Songs. So auch „The watcher 2“ und „´03 Bonnie & Clyde“. Der Song „The watcher 2“ ist eine Forsetzung von Dr. Dre´s „The watcher“ (Dre 2001) und enthält folgerichtig auch dessen Melodie. Dr. Dre ließ es sich jedoch nicht nehmen, zusammen mit Rakim und Sängerin Truth Hurts (Aftermath) auf diesem Stück mit zu rappen und diesen Song zu produzieren. Als Vorlage für „´03 Bonnie & Clyde“ featuring Destiny´s-Child-Frontfrau Beyoncè Knowles diente der Klassiker „Me and my girlfriend“ von Tupac Amaru Shakur (R.I.P.), der bereits am 13. September 1996 starb. Kanye West, der Produzent von „´03 Bonnie & Clyde“, fiel beim Durchhören der „Makaveli-CD“, das Original von 2Pac´s „Me and my girlfriend“ auf. Dabei kam ihm die Idee, diesen Song mit Jay-Z und Beyoncè (die auch privat ein Paar sind) zu covern. Toni Braxton, die für ihr neues Album ebenfalls diesen Song coverte (sinnigerweise „Me and my boyfriend“ betitelt), behauptet nun, dass Roc-A-Fella Records ihr die Idee geklaut hätten. Mit „Excuse me miss“ haben wir den ersten, aber nicht einzigen von den Neptunes produzierten Song. Einem etwas ruhigeren, aber für Jay-Z typischen Song, den natürlich geht es um Girls, Girls, Girls. Kein anderer als Timbaland steuerte die Club-Beats für „What they gonna do“ bei. Wie für Timbaland üblich, ändert sich gegen Ende des Tracks der Beat. Dazu kommt Jay-Z´s Rap, verfeinert durch den Reggae-Newcomer Sean Paul. Es folgt ein etwas soullastigerer Song „All around the world“, geprägt durch die Background-Sänger und natürlich La Toya Williams aus Snoop Doggs Dogghouse-Records-Stall. Für Fans des schnelleren Raps empfiehlt sich „Poppin‘ tags“ featuring Big Boi (Outkast), Sleepy Brown, Killer Mike und Twista, nicht zuletzt wegen Twista, der sich mit ultra-schnellen Raps beinahe selbst überschlägt. Aber auch die anderen Künstler lassen es nicht an Schnelligkeit fehlen. Sowohl bei „Poppin‘ tags“, als auch bei „Fuck all nite“, handelt es sich um Sexstories. Die „Gift-CD“ findet mit „I did it my way“, dem ein Sample des Frank-Sinatra-Klassikers „My way“ zugrunde liegt, ihren Schluss.

Mit „Diamond is forever“, leitet er den zweiten Teil des Album („Curse-CD“) ein und geht dabei auf sich und sein Label ein. Die überraschendste Kollaboration, ist wohl die mit Lenny Kravitz („Guns & Roses“), bei der ein Gitarreninstrumental des Meisters natürlich nicht fehlen darf. Zusammen mit seinen neuen Schützlingen M.O.P. bastelte Jay-Z eine Remix-Version von „U don´t know“ (The blueprint), die aufgrund der Rhymes von M.O.P. selbstverständlich eine Spur härter ausfällt. Jay-Z kann aber auch anders, denn mit „Meet the parents“ und „Some how some way“ featuring Beanie Sigel und Scarface, folgen zwei emotionalere und tiefgründigere Songs. „Meet the parents“ ist eine Verarbeitung seiner Kindheit. „Some how some way“ dagegen spricht das Leben auf der Straße an. Seit dem „Beef“ zwischen Jay-Z und Nas findet man fast obligatorisch auf deren Alben, Diss-Attacken gegeneinander, so auch auf „Blueprint 2“. So bezeichnet Jay-Z, Nas, den Mann, der ihn einst inspirierte und zu dem er aufsah als „Fake“. Schade, dass das neue Nas-Album „God‘s son“ nicht rechtzeitig fertig wurde, denn eigentlich wollten beide Rivalen, ihre CDs zum gleichen Zeitpunkt auf den Markt bringen. Dennoch werden sich beide an den jeweiligen Verkaufszahlen messen lassen. Auf dem Song „Blueprint 2“ mit einem schaurig-fetten Beat „The ecstasy of gold“ rechnet er aber auch mit allen anderen ab, die seinen Namen in den Schmutz ziehen.

Nun zu einer weiteren Neptunes-Produktion „Nigga please“ featuring Young Chris. Einer wie ich finde Antwort auf „U wanna be me“ von Nas, in dem Jay-Z seine Vergleiche durchführt und dabei die Klassenunterschiede beider feststellt. Auch „2 many hoes“ ist ein weiterer Floorfiller in Timbaland-Manier, auf dessen Lyrics man nicht weiter eingehen muss, da sie sich durch den Titel von allein erklären. Funkiger geht es auf „As one“ featuring Memphis Bleek, Freeway, Young Guns, Peedi Crakk, Sparks & Rell zu. Was unter anderem an dem verwendeten "Earth, Wind & Fire"-Samples „As one“ und „Fantasy“ liegt. Abgerundet wird das Ganze durch die Ballade „A ballad for the fallen soldier“ und den drei Bonus-Tracks „Show you how“, das etwas frauendiskriminierende „Bitches & sisters“ und „What they gonna do – Part II“, die allesamt Burner sind.

Mit weit über 13,5 Millionen verkauften Alben in den Staaten, gehört der zweifache Grammy-Gewinner zu den erfolgreichsten im Rap-Biz. Da ist es keine gewagte Prognose, dass auch dieses Album mit Sicherheit wie eine Bombe einschlagen wird. Schließlich bietet Jay-Z mit „The blueprint 2: The gift & the curse“ fast zwei Stunden abwechslungsreiche Rap-Music, bei dem „Jigga“ und Rap-Fans voll auf ihre Kosten kommen.

Anspieltipps:

  • A dream
  • ´03 Bonnie & Clyde
  • I did it my way
  • Guns & Roses
  • Blueprint 2
  • Show you how
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