System Of A Down - Steal This Album - Cover
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System Of A Down Steal This Album


  • Label: Columbia/SONY
  • Laufzeit: 55 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

"Woher nehmen und nicht stehlen?" "Kaufen!". Das kann wohl der einzige Ratschlag sein, den man dem geneigten Hörer bei System Of A Downs neuen Album "Steal This Album!" machen kann. Das man so der Aufforderung der Band entsagt, ist nicht weiter schlimm. Wer derartige Songs, wie sie auf dieser Platte entstanden sind, verpasst, ist nämlich selber schuld.

Dabei sind die Vorzeichen alles andere als appetitanregend. So machen die vier Ami-Armenier keinen Hehl daraus, dass es sich bei "Steal This Album!" nicht wirklich um eine neue Platte handelt, sondern vielmehr um eine Kollektion der besten Songs aus den "Toxicity"-Sessions, die nicht auf besagtem Meisterwerk Platz hatten und jetzt doch noch an die frische Luft kommen. Das duftet nach Sell-Out und dieser Eindruck schwebt auch sonst immer mit, so oft man diese CD anhört. Und mal ehrlich: Das macht überhaupt nichts. Alle Songs - bis auf das episch langsame "Roulette" - sind absolute Kracher, die nur System Of A Down so zustande bringt. Prügelnde Gitarren, knallharte Beats, unvorhersehbare Breaks geben sich hier wie eh und je die Hand mit Melodien und Harmoniegesängen. Dazwischen immer wieder mal Schreieinlagen von Sänger Serj Tankian, die dem ganzen ihren ganz eigenen Charme aufdrücken. Kaum möglich erscheint es hier, einen wirklich herausstechenden Song zu nennen. Neben "System Of A Down"-Metal-Standards wie "Innervision", "I-E-A-I-A-I-O" oder "Ego Brain", die allesamt auch auf "Toxicity" nicht Fehl am Platz gewesen wären, finden sich jedoch auch zwei ruhigere Lieder.

Während "Roulette" seine für SOAD-Verhältnis geradezu besinnliche Stimmung bis zum Ende durchhält, flippt "Mr Jack" zum Ende hin doch noch aus. Und das mit einer Selbstverständlichkeit, die wohl nur System Of A Down zu Eigen ist. "Steal This Album!" mag den Anschein haben, pure Abzocke zu sein. Aber wenn eben diese Abzocke auf einem derartig hohen Level stattfindet und quasi völlig ohne Totalausfälle auskommt, können wir sie gerne ertragen und das Album kaufen und eben nicht stehlen, wie es die vier Herren aus Los Angeles offenbar gerne hätten.

Anspieltipps:

  • Innervision
  • Ego Brain
  • Mr Jack
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