Snoop Dogg - Paid Tha Cost To Be Tha Boss - Cover
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Snoop Dogg Paid Tha Cost To Be Tha Boss


  • Label: Priority/EMI
  • Laufzeit: 80 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Paid Tha Cost To Be Da Boss“ bietet Snoop Dogg eine Menge abwechslungsreicher, jedoch gewöhnungsbedürftiger Songs.

Keine Frage, Snoop Dogg ist der Boss. Schließlich besitzt er mittlerweile eine eigene Modekollektion (Snoop Dogg Clothing Company), bietet Snoop-Dogg-Action-Figuren in den verschiedensten Varianten an, schauspielert („Baby Boy“, „Training Day“, „The Wash“, „Bones“) und verleiht sogar Cadillacs seinen Namen (Cadillacs Snoop DeVille). Doch bis dahin hatte Snoop, mit bürgerlichem Namen Calvin Broadus, einen langen und harten Weg vor sich. Calvin Broadus wuchs in Long Beach, Kalifornien, auf, sang im Kirchenchor und rappte bereits als Teenager. Snoop Dogg war ein guter Schüler, schloss sich jedoch einer Gang (Long Beach Insane Crips Gang) an und sollte eine schwere Zeit durchleben. Er wurde wegen mehreren Straftaten (u.a. Drogendealerei) festgenommen und verbrachte viel Zeit im Gefängnis. Snoop Dogg entschloss sich, etwas aus seinem Leben zu machen.

Eine Musikkarriere sollte ihm dies auch ermöglichen. Angefangen hat das Ganze, mit dem Zusenden eines Demotapes an Warren G., der dieses an seinen Stiefbruder Dr. Dre weiterleitete. Dre erkannte das Potenzial, das in Snoop Dogg steckte und verschaffte ihm mehrere Gastauftritte auf dem Album-Klassiker schlecht hin „The Chronic“. Es entstand u.a. der absolute Klassiker sämtlicher Straßen „Nuthin` but a G thang“. Man erwartete das erste Soloalbum von Snoop Dogg, welches 1993 dann auch auf dem Label Death Row erschien. „Doggystyle“ der Titel des Albums, das damals in den USA als erstes Debütalbum den direkten Neueinstieg auf Platz 1 schaffte. Es kam zu einer längeren Pause, bis dann 1996 sein zweites Album „Tha Doggfather“ veröffentlicht wurde. Snoop Dogg musste kurz vorher den Tod von seinem Homeboy 2Pac verkraften. Auch Dr. Dre befand sich nicht mehr bei Death Row und gründete mit Aftermath sein eigenes Label. Snoop Dogg sah wie das Rap-Imperium Death Row allmählich auseinanderbrach und entschloss sich zu einem Wechsel, zumal er auch sein eigenes Leben in Gefahr sah, denn Label-Boss Suge Knight puschte kräftig den Streit zwischen East- und Westcoast. Mit dem Gangsta-Label No Limit Records fand Snoop Dogg seine neue Heimat und veröffentlichte dort drei No.1-Alben. Es erschienen „Da Game ist to be sold, not to be told“ (1999), „No Limit Top Dogg“ (2000) und „Tha Last Meal“ (2001). Der Grund für den doch eher seltsamen Titel „Tha Last Meal“ ist einfach erklärt. Es war sein letztes Album auf No Limit und es sollte danach keine weitere Fütterung von Fremdlabeln durch Snoop Dogg erfolgen. Er gründete sein eigenes Label DoggyStyle Records und nahm mehrere Talente, wie Tha Eastsidaz, LaToiya Williams, E-White, Mr. Kane und Soopafly unter Vertrag.

Nun meldet sich Snoop Dogg mit seinem sechsten offiziellen Soloalbum „Paid tha Cost to be da Boss“, gleichzeitig sein erstes auf seinem Label, zurück. Auch „Paid tha Cost to be da Boss“ ist eine Mixtur aus P-Funk, Soul, Jazz und natürlich Rap. Mit der ersten Singleauskopplung „From tha Chuuuch to da Palace“ featuring Pharrel stellt Snoop klar, dass er noch der alte ist und „Gin & Juice“ noch in der Hand hält, auch wenn er zwischenzeitlich mit dem Kiffen aufgehört hat (zumindest öffentlich), um ein besseres Vorbild für seine Kinder und Angestellten zu sein. Den Beat dazu lieferten die Neptunes und werden Snoop Dogg damit mit Sicherheit einen weiteren Hit bescheren.

Auch die bouncige Nummer „Beautiful“ featuring Pharrel & Uncle Charlie Wilson wurde von den Neptunes produziert und wird in sämtlichen Clubs hoch und runter gespielt werden. Der Refrain von Pharrel (Neptunes) ähnelt etwas der Neptunes Produktion „I just wanna love u“ von Jay-Z, ist aber trotzdem oder vielleicht gerade deshalb hörenswert.In den Rhymes zu „Da Bo$$ would like to see you“ stellt Snoop Dogg gleich am Anfang klar, dass er der Chef ist und rappt dabei auf sehr elektronischen Beats. „Stoplight“ dagegen ist sehr funkig, liegt natürlich auch an den Vocals von George Clinton und Bootsy Collins (auf dessen Album „Play with Bootsy“ Snoop ebenfalls mitwirkte). Ungewohnt sanfte Seiten zieht Snoop Dogg auf „I believe in you“ featuring LaToiya Williams, in dem es um die Loyalität zur wahren Liebe geht. Er kann selbstverständlich auch noch anders und gibt in „Wasn´t your fault“ und „Lollipop“ featuring Jay-Z, Soopafly & Nate Dogg härtere Texte gegenüber Frauen zum Besten. Der Sound zu diesem Song könnte direkt aus den 70ern stammen - als wäre Snoop Dogg mittels Zeitmaschine zurück in die Seventies gegangen, um dann in „Lollipop“ perfekt Flötenklänge mit Wah-Wah-Effekten verbinden zu können.

Auch „Ballin`“ featuring The Drammatics & Lil´ Half Dead spricht das Thema Sex an und kommt einem wie ein guter Black-Oldie mit Piano Klängen vor. Bei „Paper´d up“ featuring Mr. Kane & Traci Nelson werden zwei Samples verwendet, die total gut harmonisieren, mindestens einer davon dürfte vielen bekannt sein. Es handelt sich zum einen um „Don´t look any further“ (M-People) und zum anderen um „Paid in full“ (Eric B. & Rakim). Auch „The one and only“ verbindet viele Samples, doch sind es nun entschieden mehr. Es handelt sich teilweise sogar um eigene Samples aus Feature-Songs („Next episode“, „Bitch please“ und „Bow Wow – That´s my name“), aber auch Oldschool-Classics („Amerikka´z most wanted“ von Ice Cube, „I´m your Pusher“ von Ice-T und Compton´s in the house“ von N.W.A.) werden zu einem Stück vereint. Mit „Long Beach 2 Brick City“ featuring Nate Dogg, Warren G. und natürlich dem aus Newark, New Jersey (Brick City), stammenden Redman und seinen heißen Lyrics, liefert Snoop einen absoluten Floorfiller. In „You got what I want“ featuring Ludacris, Goldie Loc & Uncle Charlie Wilson erklärt er, dass er eine Mischung aus Snoop Hefner (Hugh Hefner) mit einem bisschen Doggy Flynt (Larry Flynt) wäre. „Batman & Robin“ featuring Lady of Rage & RBX stellt eine lustige Adaption des berühmten Soundtrackthemes (aus der Serienreihe) der beiden Comic-Helden dar.

Danach folgt das eigentliche Outro „A message 2 fat cuzz“, was aber nicht mehr wirklich eines ist, denn ein Track, der eigentlich gar nicht auf dem Album sein sollte, fand doch noch den Weg aufs die CD. „Pimp Slapp´d“ ist der Titel des Diss-Tracks, der wohl einen Platz in der Reihe der besten Disses in der HipHop-Geschichte einnehmen dürfte. Er richtet sich direkt an die Adresse von Tha Row (früher Death Row) oder besser gesagt an den Label-Boss Suge Knight, der letztes Jahr die Frechheit besaß, eine Reihe angestaubter und unveröffentlichter Snoop Dogg-Songs mit „Dead Man Walking“ während dem Release von Snoops „Tha Last Meal“ herauszubringen. Im Song wird Suge Knight als neidisch bezeichnet und bekommt auch sonst noch sein Fett weg. Suge Knight soll angeblich vor der Veröffentlichung noch eine Herausnahme von „Pimp Slapp´d“ bei Andrew Shack (Boss von Priority Records) gefordert haben, da er von der Idee verständlicherweise gar nicht begeistert war.

Mit „Paid tha Cost to be da Boss“ bietet Snoop Dogg eine Menge abwechslungsreicher, jedoch gewöhnungsbedürftiger Songs, die allesamt, sowohl in Quantität, als auch in Qualität überzeugen. Außerdem bringt Snoop es fertig, Produzenten und Interpreten von Dirty South, East- und Westcoast zusammenzubringen.

Anspieltipps:

  • From tha Chuuuch to da Palace
  • Lollipop
  • Beautiful
  • Paper´d up
  • The one and only
  • From Long Beach 2 Brick City
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