Josh Groban - Josh Groban - Cover
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Josh Groban Josh Groban


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 56 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Vordergrund aller Titel steht generell die voluminöse Bariton-Stimme Grobans.

Seit ziemlich genau einem Jahr ist das Debütalbum des 21-jährigen Jung-Tenors aus Los Angeles nun auf dem Markt und so langsam wird man auch in Europa auf das Stimmwunder aufmerksam, das die Bereiche Klassik und Pop auf unnachahmliche Art und Weise zusammenführt. Das wird allerdings auch Zeit, denn in den USA ist Josh Groban mit über zwei Millionen verkauften CDs bereits zum Star avanciert

Grobans Leidenschaft zur Musik erwachte bereits in seinen Kindertagen, als der Sohn eines Jazzmusikers und einer Theaterlehrerin im zarten Alter von vier Jahren gerne und oft vor sich hin sang, später dann Klavier und Schlagzeug spielen lernte. Über den Weg des Musiktheaters der Los Angeles County Art School und einer nebenher absolvierten klassischen Gesangsausbildung gelang Groban mit 17 Jahren unter die Fittiche des preisgekrönten Produzenten, Songschreibers und Arrangeurs David Foster, der seine Ausbildung förderte und ihm zu einem Plattenvertrag beim Warner Bros. Sub-Label 143 Records verhalf. Dieses veröffentlichte im November letzten Jahres die selbstbetitelte Debüt-CD mit Genre-übergreifenden Kompositionen von Walter Afanasieff („Un amore per sempre“), Richard Marx („To where you are“), Ennio Morricone („Cinema paradiso“), Don McLean („Vincent “), Johann Sebastian Bach („Jesu, joy of man’s desiring“ / „Jesu, meine Freude“), Albert Hammond („Alejate“) und Maurizio Fabrizio („Alla luce del sole“). Dazu erhält der Youngster noch prominente Hilfe von Lili Haydn, Charlotte Church und dem irischen Trio The Corrs.

Auf die Frage, welcher Stil ihm am nächsten liegt, antwortet Groban: „Die Leute tendieren dazu, mich als Klassik-Sänger zu betrachten, aber ich werde für die nächste Zeit die Oper nicht anrühren. Ich will, dass meine Stimme reifer wird. Ich hoffe, dass ich in fünf Jahren auf meine Karriere zurückblicke und feststelle, dass ich wirklich Fortschritte gemacht habe. Deshalb möchte ich mich (noch) nicht in eine Schublade stecken lassen." Grobans Leidenschaft gehört aber nicht nur der Musik, sondern auch der Schauspielerei. Eine Gastrolle in der TV-Serie „Ally McBeal“ gehört zu einem seiner persönlichen Meilensteine: „Es hat sehr viel Spaß gemacht“, schwärmt er von seinem Schauspiel-Debüt, in dem er natürlich auch singen durfte. „Ich fand es großartig, in eine andere Rolle zu schlüpfen. Ich liebe die Schauspielerei und würde gerne viel mehr in dem Bereich machen“, beschreibt er seine Zukunftspläne. Und nebenbei gesagt, gibt es für die Art von Musik wie Josh Groban sie macht zur Zeit keine bessere Werbeplattform, als ein Auftritt in der verrückt-sentimentalen Anwaltsserie um Titelheldin Calista Flockhart. Das Romantik-Potenzial der auf englisch, spanisch und italienisch dargebotenen Titel ist nämlich ganz enorm und die ideale Untermalung eines beseelten Abends zu zweit am offenen Kamin.

Im Vordergrund aller Titel steht generell die voluminöse Bariton-Stimme Grobans, dessen markante Phrasierungen für einen Künstler dieses jungen Alters absolut bemerkenswert sind. Dazu kommen in der Regel hoch-dramatische Arrangements, für die sich zum Großteil David Foster verantwortlich zeigt, was ab und an die Kitsch-Alarmglocken erschallen lässt, aber dem Gesamteindruck nicht wirklich schadet. Schließlich handelt es sich hier nicht um frisch-fromm-fröhliche Sommermusik, sondern um relativ „schwere Kost“, die besser in die dunklen Monate des Jahres passt. Schön, dass man den zentralen Themen der populären Musik („Glaube, Liebe Hoffnung“) auch auf andere Weise beikommen kann, als in deprimierenden Balladen oder himmelhochjauchzenden Pophits. Nicht nur deshalb ist dem Amerikaner mit seinem ersten Werk ein Stück Musik gelungen, bei dem sowohl Klassikfreunde als auch der „normale“ Pop-Liebhaber bedenkenlos zugreifen können.

Anspieltipps:

  • The prayer
  • Gira con me
  • You’re still you
  • To where you are
  • Cinema paradiso (se)
  • Jesu, joy of man’s desiring
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