Nas - God´s Son - Cover
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Nas God´s Son


  • Label: Columbia/SONY
  • Laufzeit: 67 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Es könnte das Jahr eines gewissen Nasir Ben Ola Dara Jones, besser bekannt als Nas, werden. Schließlich bringt er schon das dritte Album in diesem Jahr heraus. Nas wuchs in Long Island, New York, auf und schaffte den Durchbruch mit einem Gastauftritt auf „Live at the BBQ“ (von Main Source) und dem Song „Halftime“ aus dem Soundtrack zu „Zebrahead“. Columbia nahm ihn unter Vertrag. Large Professor (Main Source) und MC Serch förderten seine Solokarriere und es erschien 1994 das Solodebüt „Illmatic“, das Anfangs kein großer Erfolg war und erst acht Jahre später Platin-Status erreichte. Größere Erfolge feierte Nas mit den darauffolgenden Alben „It was written“ (1996), inklusive dem Top 10-Hit „If I ruled the world“ (featuring Lauryn Hill), den 1999 erschienen Alben „I am ...“ und „Nastradamus“, die auch gleich an die Spitze der Billboard-Charts kletterten.

Mit „QB-Finest presents... The Queensbridge-Album“ (2000) erschien eine Zusammenstellung von Songs mehrerer Künstler, darunter auch Nas. Auch „Stillmatic“ (2001) knüpfte an die Erfolge der Vorgänger nahtlos an. In diesem Jahr veröffentlichte Nas neben einem Remixalbum mit sechs Remix-Versionen der erfolgreichsten Songs aus seinem Debütalbum „Illmatic“ und seiner bis dahin neuesten Platte „Stillmatic“, die er „From Illmatic to Stillmatic (The Remixes)“ nannte, auch eine Sammlung unveröffentlichter Stücke (aus früheren Tagen), die den Titel „The Lost Tapes“ trägt.

Nun schickt Nas sein siebtes Solo-Studioalbum ins Rennen, dessen Veröffentlichung in den Staaten vom 17. Dezember auf Freitag, den 13. Dezember vorgezogen wurde (bei uns blieb es beim 16. Dezember). „God´s Son“ enthält zur Überraschung vieler Produktionshilfen von frischen Trackbastlern wie Saukrates, Agile aber auch bekannte und bewährte Produzenten wie Large Professor (der vor kurzem das Album „First Class releaste), Saalam „The Chameleon“ Remi, The Alchemist und Swizz Beatz hatten ihre Hände im Spiel. Produktionen von DJ Premier (Gang Starr) und L.E.S. (die bisher auf jedem Nas-Album zu finden waren), sucht man auf „God´s Son“ vergeblich. Auch Eminem und Alicia Keys produzierten jeweils einen Track.

Den Anfang macht „Get down“, ein mit Trompeten und James-Brown-Samples („Funky drummer“ und „The boss“) angereicherter Song, der eher Erinnerungen an die Seventies weckt. Auf „The cross“ (produziert von Eminem) rappt Nas darüber, dass er das Kreuz des Rapgames getragen hat und nimmt dabei auch R´n`B-Pseudo-Rapper aufs Korn, ohne jedoch Namen zu nennen. Die nennt Nas widerrum im Song „Last real nigga alive“ in hohen Mengen. Er gibt darin Details seiner Karriere preis und erzählt über Rivalitäten mit den größten Rappern (Puff Daddy, The Notorious B.I.G., Wu-Tang), die, wie er erklärt, zu dieser Zeit aber normal waren, seinem aktuellen Beef mit Jay-Z und drückt dabei auch gleich aus, was er von dessen aktuellem Album („The Blueprint 2: The Gift & The Curse“) hält. Die erste Singleauskopplung „Made you look“ führt uns vom Stil her wieder zurück in die Vergangenheit, genauer gesagt in die späten 80er/frühen 90er Jahre und verbindet Old-School-Rhythmen mit seinen direkten Lyrics. Weniger gut ist allerdings der Schluss des Songs, mit dem schrecklichen Accapella-Rhymes. Mit „I can“ (wird wahrscheinlich die zweite Singleauskopplung werden) liefert Nas einen Motivations-Song für Kids, was an sich keine schlechte Idee ist, aber in einem Kinderfilm oder Anti-Drogen-Spot wohl besser aufgehoben wäre. Für den Sound verwendet er einen Beethoven-Sample („Für Elise“) und lässt Kinder einzeln und im Kollektiv den Chorus singen. Im Prinzip möchte Nas, den Kids damit klarmachen, dass es möglich ist, alles im Leben zu erreichen, wenn man an sich arbeitet und dazu gewillt ist und sein Geld nicht mit Drogenhandel verdienen muss bzw. sollte.

Auf „God´s Son“ findet man ebenfalls eine Akustikversion von „Thugz mansion“ (featuring Tupac Shakur & J. Phoenix). Ebenfalls deshalb, weil 2 Pac diesen Track bereits ein paar Wochen zuvor auf seinem aktuellen Doppel-Album („Better Dayz“) veröffentlichte. Allerdings muss man dazu erwähnen, dass sich die Nas-Version etwas unterscheidet auch die Reihenfolge der Rapeinsätze, da auf seiner Version er selbst den Anfang macht. Die Gitarrenbegleitung sowie der Inhalt, in dem es um die Gefahren des Alltags geht, bleiben die gleichen. Einen basslastigen Beat bietet er dagegen auf „Mastermind“. „Warrior song“ (featuring Alicia Keys) beginnt mit einem Trommel-Intro und enthält einen Sample von Fela Kuti („Warrior“). Alicia Keys, die den Song produzierte, steuert auch den Gesangs-Part dazu bei und wertet „Warrior song“, der an alle Kämpfer (die beispielsweise ihre Mutter verloren haben) gewidmet ist, definitiv auf. Damit wären wir auch beim Thema der letzten beiden Songs (der regulären CD), denn in „Dance“ und „Heaven“ (featuring Jully Black) verarbeitet er den Tod seiner am 5. April 2002 verstorbenen Mutter. Beide Songs sind seiner Mutter Ann Jones gewidmet, die als Inspirationsquelle diente und von der im Booklet zwei Bilder abgebildet sind (eines davon befindet sich neben der verunglückten Lisa „Left Eye“ Lopes von TLC und dem kürzlich erschossenen Jam Master Jay von RUN D.M.C.). „Dance“, der herzfühligere Song, legt dabei ein langsameres Tempo an den Tag und endet mit einem Trompetensolo im Wah-Wah-Klang.

Special Edition:

Auch dieses Album wird neben der regulären Einzel-CD auch als Special-Edition angeboten. Die Bonus-CD hätte man sich eigentlich sparen können, da die drei Musikstücke noch locker auf die erste CD gepasst hätten. Auch musikalisch gesehen, bietet der Bonus keine großen Hits, lediglich einen God´s-Son-Gallery-Bonus, der via Internetzugang Extras wie Interviews und Photos aktiviert. Bei „Pussy killz“ dreht sich alles um die Gefahren von Sex, Liebe und Frauen. Mit „The G.O.D.“ in dem er sich als König von New York („God´s Sons King of NYC“) bezeichnet, ist die Bonus-CD auch schon zuende.

Da sich Nas für den besseren MC als Jay-Z hält, muss er sich auch einen Vergleich beider Alben gefallen lassen. So gewinnt Jay-Z diesen Vergleich mit seinem Album („The Blueprint 2“) ganz klar und dass nicht nur aufgrund der Anzahl an Tracks. Natürlich verzichtet Nas bei „God´s Son“ auf kommerzielle Beats à la Neptunes, bietet jedoch keine wirklichen Alternativen, was den Sound betrifft. Sympathien auf den Straßen werden ihm mit Sicherheit wieder seine tiefgründigen und glaubwürdigen Texte bringen, da er im Gegensatz zu vielen anderen MC´s nicht über Luxus rappt. Auch der 80´s-Retro-Style entschuldigt die teilweise misslungenen Beats nicht. Wäre nur noch zu erwähnen, dass entgegen aller Spekulationen das Def Jam Sublabel The Inc. doch im Booklet genannt wird.

Anspieltipps:

  • Get down
  • Made you look
  • Warrior song
  • Dance
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