Die Drei Fragezeichen - Live And Unplugged - Cover
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Die Drei Fragezeichen Live And Unplugged


  • Label: Europa/BMG
  • Laufzeit: 135 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Idee kam Ende 2001. Die drei Sprecher der „Drei ???“-Hörspiele Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich wollten mit einer eigenen Produktion auf Live-Tour gehen - beflügelt dadurch, dass die Kassetten (und mittlerweile auch CDs) besonders bei den über 20-Jährigen, die damit aufgewachsen sind, inzwischen Kultstatus erlangten. Nach monatelangen Proben und Vorbereitungen war dann alles klar. Von September bis Dezember 2002 tourten die Sprecher mit dem Live-Hörspiel „Master Of Chess“ durch 28 deutsche Städte. Das Ergebnis ist das, was sich die Fans erhoffen durften. Eine professionelle Produktion, die durch und durch ironisch ist und vor Anspielungen auf die „Drei ???“-Geschichte nur so wimmelt.

Eine Autopanne bringt die Drei ??? Justus (Oliver Rohrbeck), Peter (Jens Wawrczeck) und Bob (Andreas Fröhlich) in Bedrängnis. In strömendem Regen suchen die Hobbydetektive aus Rocky Beach, Los Angeles, Zuflucht auf dem nahen Schloss Blackstone. Da ein Gewitter die Stromleitung zusammenbrechen ließ, sitzen die Drei erst mal fest. Der undurchsichtige Schlossherr Gallagher (Olaf Kreutzenbeck) nimmt die drei Freunde in seinem Schloss eher widerwillig auf. Aus gutem Grund. Bald stellt sich heraus, dass es in dem alten Anwesen spuken soll. Der begnadete Schachspieler Gallagher tritt in seinem Schachzimmer gegen einen Geist an, der jede Nacht jeweils einen Zug ausführt - und die Schattengestalt ist dem Profi ebenbürtig. Die Drei ??? kommen dem Spuk auf die Spur und wollen das Rätsel unbedingt lösen - wenn sie sowieso schon einmal festsitzen...

106 Mal ermittelten die drei Detektive („Darf ich Ihnen unsere Karte geben“) mittlerweile in allen erdenklichen Fällen. Der ersten beiden Folgen („Der Super-Papagei“, „Der Phantomsee“) erschienen am 12. Oktober 1979. Mehr als 22 Millionen Einheiten wurden bisher abgesetzt. Ursprünglich basiert die Reihe auf den Büchern des US-Amerikaners Robert Arthur, der „The Three Investigators“ 1964 erfand und insgesamt elf Folgen schrieb, bis er 1969 verstarb. Der Erfolg in Deutschland überflügelte im Laufe der Zeit das Original in den USA, wo die Serie 1990 eingestellt wurde. Seit 1993 schreiben ausschließlich deutsche Autoren wie Ben Nevis, André Minninger und André Marx die Romane, die jeweils die Vorlage für die Hörspiele bilden. Zurzeit erscheint durchschnittlich alle zwei Monate eine neue Folge.

Für das Live-Programm „Master Of Chess“ haben sich die drei Kultsprecher Rohrbeck (deutsche Stimme von Ben Stiller, Michael Rappaport, Greg German), Wawrczeck und Fröhlich (spricht Ethan Hawke, John Cusack und Edward Norton) neben Erzähler Helmut Krauss (deutsche Stimme von Marlon Brando) noch die Schauspieler Frauke Poolman und Olaf Kreutzenbeck auf die Bühne geholt. Die beiden übernehmen jeweils drei Rollen, was gleichzeitig zu einem Kritikpunkt führt. Durch die Dreifachbesetzung sprechen sie oft mit verstellter, verzerrter Stimme, was ein wenig nervig ist. Ein, zwei Akteure mehr hätten der Produktion gut getan. Ansonsten gibt es aber wenig zu meckern. Okay, die auf 105 Minuten ausgebreitete Story ist sicherlich kein Reihen-Highlight, aber das spielt auch keine große Rolle. Das Live-Feeling zählt hier. Oft durch Szenenapplaus unterbrochen, spulen die Sprecher mit hörbarer Freude ihr Programm runter. Die sanfte Ironie, die vor allem die älteren Folgen durchzieht, ist bei „Master Of Chess“ bewusst in den Vordergrund gestellt, denn darum sind die meisten gekommen. Wenn Justus über einen „spezial gelagerten Sonderfall“ referiert, Peter alles „unheimlich“ findet oder Bob sich in der Bibliothek zurückziehen will, weiß jeder Fan diese Anspielungen zu schätzen - das Publikum johlt. Noch mehr zu lachen gibt es bei den Outtakes (ca. 30 Minuten), die auf der zweiten CD im Anschluss an die Geschichte zu hören sind.

So kann „Master Of Chess - Live And Unplugged“ die Erwartungen der Fangemeinde erfüllen und wer noch einsteigen will, dem entgehen zwar viele ironische Zitate, aber es ist ja nie zu spät, sich dem Kult anzuschließen. Schließlich beträgt das Durchschnittsalter der Hörer respektable 24 Jahre...

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