The Ark - In Lust We Trust - Cover
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The Ark In Lust We Trust


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 40 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Schrott ist mannigfaltig. Da gibt es einmal Bands, die von vorneherein als minderwertige Retorten-Bands deklariert werden können. Zu dieser Spezies zählen Kapellen wie No Angels oder Natural, die objektiv gesehen einfach nur musikalische Abfallprodukte sind. Aber wirklich ärgerlich ist das nicht. Ärgerlich wird es da schon eher mit solchen Bands, die unterschwellig ihren Schrott darbieten. Zu diesen Bands ist "The Ark" zu zählen.

Vom Namen her könnte man sie in die Retro-Punk-Bewegung der Strokes oder Vines einordnen. Doch schon bei der Betrachtung dieser fünf Schweden fällt schon der ärgerliche Unterschied auf: Fünf theatralische "Rocker", die ihre Vorbilder in David Bowie und vor allem Queen gefunden haben, machen einen auf "Glam-Rock", und meinen, nur so ihren eigenen Stil kreiren zu können. Weit gefehlt. Was "The Ark" auf ihrem (schon sehr vielsagend betitelten) Zweitalbum "In Lust We Trust" abziehen, ist minderwertigster, ärgerlichster und plakativ-dämlicher Rock, basierend auf breitbeinig dastehend vorgetragenen Eunuch-Orgien und zu Kopfschmerzen führenden Melodiebögen und mehr als penetranten Refrains ("Halleluja, Halleluja" im katastrophalen "Father Of A Son").

Hat man sich erstmal durch das vor falschen, klebrigen Pathos nur so triefende Album gekämpft, bleibt am Ende doch die Erkenntnis, dass man Rockmusik auch totspielen kann. Das von "The Ark" suggierte gewollt Plakative entfaltet leider in keiner Weise die gewünschte Selbstironie, sondern hinterlässt in erster Linie penetrante Ohrwürmer, die einem noch Stunden und Tage nach dem "Genuss" dieses Longplayers hinterherjagen und das Leben zur musikalischen Hölle machen. Hier ist keine Textzeile frei von Overstatement und Banalitätsgipfel sowie gewollter Nicht-Musik. Was will man also dieser CD noch positiv zu Gute halten? Dass sie Gitarren enthält? Dass sie aus sinnvollen Aneinanderreihungen von Tönen besteht? Dass sie professionell produziert ist? Oder dass sie mir in einer guten Stunde die Freude an meinem Hobby, dem Musikhören genommen hat?

Alles Eigenschaften, die zwar zutreffen, aber diese CD noch nicht mal in den Bereich gepflegten Durchschnitts heben. Da bleibt am Ende nur die Flucht vor dieser Musik, bevor man von diesen fünf sadistischen Schweden in den Suizid getrieben wird. Katastrophal!

Anspieltipps:

  • Vendelay
  • A virgin like you
  • Tell me this night is over
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