A*Teens - New Arrival - Cover
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A*Teens New Arrival


  • Label: Stockholm Records/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das nennt man zielgruppengerechtes Marketing: Wie angekündigt, erscheint das neue Album der schwedischen Teenie-Gruppe A-Teens über ein halbes Jahr nach seinem USA-Release in komplett überarbeiteter Form und unter anderem Namen in Europa und Asien.

Mutete man dem amerikanischen Publikum auf „Pop ‘til you drop!“, so der Titel des ursprünglichen Werkes, insgesamt zwölf Songs zu, werden den Europäern und Asiaten als Entschädigung für die lange Wartezeit sogar noch zwei Bonus-Tracks gegönnt. Das Ganze nennt sich jetzt „New arrival“ und wurde um fünf Songs gekürzt, die offensichtlich nur auf dem amerikanischen Markt funktionieren („Hi and goodbye“, „This year“, „Slam“, „Singled out“, „Oh, oh... yeah“) oder im nachhinein betrachtet einfach zu schlecht waren. Interessanterweise verdingten sich die Stockholmer Backfische Marie Serneholt, Sara Lumholdt, Dhani Lennevald und Amit Paul gerade auf einigen der gestrichenen Stücke als Co-Songwriter. Zufall?

Nachdem die Eroberung der neuen Welt nicht wirklich von Erfolg gekrönt war, heißt es jetzt bei den Fans der ersten Stunde, verlorenen Boden in Sachen Euro-Trash-Pop gutzumachen. Dazu wurde „New arrival“ mit sechs brandneuen Songs („Have a little faith in me“, „Shame shame shame“, „A perfect match“, „The letter“, „Shangri-La“, „One night in Bangkok”) und dem vom 2000er-Album „Teen spirit“ bekannten Track „Heartbreak lullaby“ angereichert. Als erste Singleauskopplung entschied man sich für den Album-Opener „Floorfiller“, der Anfang des Jahres auf Platz 45 in die deutschen Charts einstieg und bereits für die US-Veröffentlichung als Singleauskopplung herhalten musste. Auffällig ist, dass man auch bei den neuen Stücken wieder heftigst zu Coverversionen gegriffen hat. Anscheinend betrachtete man die für „Pop ‘til you drop!“ aufgenommenen Coverversionen „Can’t help falling in love“ (Elvis Presley) und „School’s out“ (Alice Cooper) als gelungen, sodass sie auch auf der aktuellen CD nicht fehlen durften und sogar um drei weitere Nachahmungen ergänzt wurden. Dazu wählte man selbstredend allgemein bekannte Kompositionen aus, die man im Notfall schnell als Single verbraten kann („The letter“, „One night in Bangkok”, „Shame shame shame“). Offensichtlich versuchen die Produzenten tatsächlich, DAS perfekte Popalbum hinzubekommen und nicht, wie in der Kritik zu „Pop ‘til you drop!“ bemängelt, „... zwei bis vier potentielle Hitsingles mit einem halben Dutzend halbgarer Songs als Füllmaterial auf einem Silberling unterzubringen...“.

Doch wenn das so einfach wäre, hätten vermeintliche Superstars wie Mariah Carey oder Michael Jackson mit ihren letzten Werken wohl nicht so grandios versagt. Und auch im Fall der A-Teens muss man leider sagen, dass der aufwändige Songaustausch nicht unbedingt viel gebracht hat. Zugegeben, Songs wie „Shangri-La“ (ein potentieller Sommerhit) oder „Have a little faith in me“ sind hübsche, radiotaugliche Popsongs mit Chartambitionen. Und eine weitere Nacht in Bangkok zu verbringen geht ebenfalls in Ordnung. Aber weshalb ausgerechnet „The letter“ schon wieder gecovert wurde, bleibt vorerst das Geheimnis der Produzenten. Schließlich tauchte das Stück in den letzen Jahren regelmäßig in den Charts auf. Sei’s drum. In der Liebe und in der Popmusik ist alles erlaubt. Und deshalb wird „New arrival“ auch wieder zahlreiche jugendliche Anhänger finden, die dem Album in Europa Top-Platzierungen bescheren werden, denn A-Teens-Songs lädt man sich doch nicht aus dem Netz, gelle?

Anspieltipps:

  • Shangri-La
  • Closer to perfection
  • One night in Bangkok
  • In the blink of an eye
  • Can’t help falling in love
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