Blindside - Silence - Cover
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Blindside Silence


  • Label: Elektra/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Der durch den schon im Titel selbst aufoktroyierten Eigenschaft "Silence" - "Ruhe" wird auf dem Major-Debüt der vier Schweden nur sehr bedingt Rechnung getragen: Blindside, die erste Nu-Metal-Combo aus Schweden, lassen es hier ordentlich krachen und klingen dabei so, wie es amerikanischer nicht sein könnte.

Hier ist irgendwie alles (fast) genauso wie bei den üblichen Verdächtigen aus den USA: Gesang, Tonlage, Melodiebögen, Basslinien, Riffs, alles mutet hier an wie P.O.D., Papa Roach oder Linkin Park. Ohne Gnade brettern hier fast ausschließlich harte Nu-Metal-Stücke auf den Hörer ein, die man erst einmal verdauen muss und die sich schlußendlich zu echten Streßbolzen und Abreagierstücken zu entfalten wissen. Eckpfeiler sind hier starke, groovende Songs wie der Opener "Caught A Glimpse", "Pitiful", sowie "Time Will Change Your Heart", das sich nicht so recht zwischen Aggro-Gesang à la Corey Taylor, eingängigen Gitarrenlinien und Stadiorefrain entscheiden will. Doch wohl gerade deshalb eines der gelungensten Stücke. Den Abschluss bietet mit "Silence" ein fast schon besinnliches Stück, das im direkten Kontrast zum wuchtigen Rest dieser Platte steht. Sehr gelungen, weil melancholisch und an die besten Momente von "Staind" erinnernd.

Doch was fast schon zu erahnen war, bestätigt sich sehr deutlich beim Durchhören dieser CD. Wirkliche Unterschiede weisen die Songs dieser Platte nämlich nicht auf. Sänger Christian breitet sein zweifellos sehr talentiertes Organ vor einem aus, schreit, kreischt, um dann wieder in einen harmonischen Gesang überzuwechseln. Aber diesen Aufbau zeigt fast jedes Lied, was die Stücke austauschbar macht. Musik, die letztlich keinem weiterhilft. Die P.O.D.-Fans werden sich zwar über neuen Stoff freuen, der grundsätzlich auch von ihren - wie Blindside - christlichen Idolen stammen könnte, aber satt macht "Silence" leider nicht. Und wer Nu Metal sowieso schon immer etwas spektisch gegenüber stand, der wird über dieses Album und seine doch recht mangelnde Abwechslung den Kopf schütteln.

Trotz allem: Handwerklich stimmt hier alles, es fehlt eben aber noch dieses gewisse Etwas an Eigenständigkeit und Energie, der diesem Major-Debüt leider über weite Strecken abgeht.

Anspieltipps:

  • Time Will Change Your Heart
  • Pitiful
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