50 Cent - Get Rich Or Die Tryin´ - Cover
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50 Cent Get Rich Or Die Tryin´


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 70 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Rein stimmlich erinnert 50 Cent an den Ex-Bad-Boy Ma$e, wobei er definitiv mehr zu bieten hat.

Was mich nicht umbringt, macht mich nur stärker! So oder so ähnlich könnte der Leitspruch von Curtis Jackson lauten, der eher als 50 Cent bekannt sein dürfte. Schließlich wurde auf den New Yorker MC bereits neun Mal geschossen, von Unbekannten wurde er mit einem Messer attackiert. Gut, dass 50 Cent´s liebstes Kleidungsstück, eine kugelsichere Weste ist, die er immer trägt. Früher dealte er mit Drogen und saß dafür schon mehrere Male im Knast. Im Januar 2003 wurde er wegen angeblichen Waffenbesitzes vor einem Nachtclub festgenommen (sein bisher letztes Vergehen). Natürlich ist es angesichts dieser Tatsachen und der gleichen „I don´t give a Fuck-Mentalität“ klar, dass man mit dem Thug-Life-Rapper schlechthin, Tupac Amaru Shakur, verglichen wird, auch wenn 50 Cent davon nichts wissen möchte. Er ist der Meinung, dass die Fußstapfen, die 2Pac hinterlassen hat, viel zu groß sind. Auch deshalb genießt 50 Cent, hohe Street-Credibility bei den Fans, welche auch durch Anti-Propaganda-Aktionen seitens Murder Inc. nicht untergraben werden kann. Mit Ja Rule und der dazugehörigen Murder Inc. Crew hat 50 Cent derzeit den größten Beef.Entdeckt wurde 50 Cent, der in South Jamaica/Queens bei seinen Großeltern aufwuchs, 1996 von Jam Master Jay (RUN D.M.C.). 50 Cent zählte längere Zeit auch zu den Verdächtigen im Mordfall von JMJ. Dieser sah eine Menge Potenzial in 50 Cent und produzierte mit ihm einige Songs, darunter der HipHop-Industrie-Diss „How to rob (an industry nigga)“, der korrupte Labels und Künstler der ganzen Branche (von Master P. bis Will Smith) anspricht. „I smell pussy“ dagegen (was auf einem Mixtape zu finden ist), richtete sich komplett an die Adresse von Murder Inc. und Ja Rule.

Mit solchen Tracks schafft er sich wenig Freunde in der HipHop-Community. 1999 bekam er einen Plattenvertrag bei Trackmasters/Columbia Records. Diese Beziehung war jedoch nicht von langer Dauer, da 50 Cent drei Tage vor den Dreharbeiten zum Video für die Single „Thug Love“ (feat. Destinys Child) angeschossen wurde, was dem Label weniger gut gefiel. Das Album „Power of the Dollar“ wurde nie veröffentlicht und der Vertrag mit Columbia aufgelöst. Die DJ´s fanden gefallen an 50 Cent´s Flow und brachten bereits Best-of-Mixtapes heraus, womit $ 0.50 zunehmend den Titel des „Underground Kings“ bekam. Auf einem Independent-Label erschien 2002 das Album „Guess who´s back?“. Mit seiner G-Unit-Posse wurden CD-Zusammenstellungen wie „No mercy, no fear“ oder „50 Cent is the future“ veröffentlicht. Auch mit Features auf Remixversionen wie beispielsweise „I´m gonna be alright“ (Jennifer Lopez) und neuem Material auf Soundtracks („In too deep“, „8 mile“, „Cradle 2 the grave“) machte er auf sich aufmerksam.Nach den vielen Höhen und Tiefen fand er im letzen Jahr beim Major-Label „Shady/Aftermath Records“ seine neue Heimat. Nun erschien mit „Get rich or die tryin`“ sein Debütalbum auf einem Major-Label. Dr. Dre (Aftermath Records) und Eminem (Shady Records) saßen zum größten Teil hinter dem Mischpult, womit schon mal nicht viel schief gehen kann. Dass der Meister der HipHop-Klänge Dr. Dre und sein Partner Eminem am Sound gebastelt haben, merkt man, denn sie merzen damit zugleich eine Schwachstelle früherer 50-Cent-Releases eindeutig aus.

So entstand mit „In da club“ ein absoluter Smash-Hit und eine Hymne sämtlicher Partys. Sehr aggressiv rappt er dann gemeinsam mit Producer Eminem auf „Patently waiting“ einem langsameren Beat mit Geräuschen, die man üblicherweise nur in Krankenhäusern zu hören bekommt (Herzüberwachungsmonitor und Beatmungsmaske). Passend zum Text, denn darin erklärt er, dass die Welt nun bereit wäre für seinen Flow und es ihm so vorkommt, als hätte man ihn aus dem Koma geholt. Im düsteren Song „Many men (wish death)“, der mit neun Schüssen eröffnet wird, spricht er die vielen Feinde an, die ihm den Tod wünschen. Zu dem Inhalt von „High all the time“ braucht man nicht viel sagen, außer vielleicht auf eine Textpassage hinweisen, in der 50 Cent meint, wenn David, Goliath mit einem Stein besiegen könnte, könnte er sowohl Nas als auch Jigga vom Thron stoßen. Daran merkt man schon wie selbstbewusst 50 Cent ist, wenn er es mit den beiden verfeindeten NY-Rapper (die sich jeweils als „Kings of New York“ bezeichnen) aufnehmen möchte.

Auf diesem Album wird viel mit Pistolen-Geräuschen gearbeitet, so wird auch „Heat“ durchgehend mit Gun-Claps begleitet. „If I can´t“ hingegen wird mit Piano-Akkorden begleitet und enthält einen Oldschool-Rap am Anfang des Songs, mit dem er RUN D.M.C., Tribut zollt. Mit „Back down“ erwähnt er erneut einige Leute, disst jedoch hauptsächlich ganz offen Ja Rule, vor allem gegen Ende des Tracks und kratzt damit die Glaubwürdigkeit Murder Incs. sowie Ja Rule an.Einzelne Interpreten von G-Unit sind auf jeweils einem Track vertreten. So ist beispielsweise Young Buck auf „Blood hound“ mit sehr elektrischem Beat zu hören. Tony Yayo ist der nächste. Er rappt mit 50 Cent auf der Rockwilder-Produktion „Like my style“. Das Rockwilder-Team produziert normalerweise Beats für Redman und fabrizierten auch hier wieder einen tanzbaren Uptempo-Beat. Lloyd Banks ebenfalls von G-Unit wird in „Don´t push me“ zusammen mit Eminem gefeatured. Ein starker Song, worauf im Chorus auf jede Textzeile ein Pistolenschuss folgt und der Sound von Orgeln begleitet wird. Gemeinsam mit G-Funksänger Nate Dogg stellt 50 Cent auf „21 questions“, 21 verschiedene Fragen an eine Frau und ob diese trotz diverser Ups & Downs im Leben, noch die Liebe erwidern würde und gibt dabei die weicheren Seiten preis. Nate Dogg brilliert wieder einmal mit guten R´n`B-Hooks. Zusätzlich sind auf dem Album noch drei Bonus-Tracks vorhandenen. „Wanksta“, ein getarnter Ja Rule-Diss, ist einer davon und gehört zu Jam Master Jay´s letzten Produktionen (R.I.P.). Natürlich kennen Käufer des Soundtracks zu „8 mile“ den Song bereits daher.Was die Lyrics angeht, kann 50 Cent sicherlich noch nicht mit 2Pac mithalten, da dieser mit tiefgründigerem zu beeindrucken wusste.

Dennoch genießt 50 Cent im Moment einen ähnlich großen Hype um seine Person. So debütiert die CD in den amerikanischen und kanadischen Charts bereits in der ersten Woche auf Platz 1 und verkaufte sich zudem in rekordverdächtig hohen Mengen (872.000 Einheiten in der ersten Woche). „Get rich or die tryin`“ reiht sich was die Verkaufszahlen angeht, mit Sicherheit neben den Klassikern „The chronic“ (Dr. Dre), „The slim shady LP“ (Eminem), „Doggystyle“ (Snoop Doggy Dogg) und „All eyez on me“ (2Pac) ein. Rein stimmlich erinnert 50 Cent an den Ex-Bad-Boy Ma$e, wobei er definitiv mehr zu bieten hat.

Anmerkungen: In den Staaten kam das Album in einer limitierten Ausführung inklusive DVD mit Exklusiv-Interviews und unveröffentlichtem Videomaterial heraus, die in Deutschland eventuell im Sommer veröffentlicht wird.

Anspieltipps:

  • In da Club
  • Like my style
  • 21 questions
  • Don´t push me
  • Wanksta
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