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The Used


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein echtes Hörerlebnis, vielleicht die perfekte Mischung aus dem Rock der 90er Jahre oder vielleicht ganz einfach die erste Marschrichtung für das neue musikalische Jahrzehnt.

Irgendwann ist im Leben der Punkt erreicht, wo keine Anti-Depressiva, keine Psychotherapien oder Ersatz-Drogen mehr helfen. Wo der Verzweiflung freien Lauf gewährt werden muss. Wo man seinen Frust nur noch rausschreien will. Die Musik war für derartige Aggressionen schon immer das ideale Ventil. Die Felle der Schlagzeuge, die zarten Saiten der Klampfen und die Mikrofone dieser Welt zittern und bibbern schon lange vor "The Used", einer zeitweise vor Aggressionen und Emotion brennenden Band mit einem Debütalbum in Gepäck, das sich sowohl mit Glassjaw als auch mit Jimmy Eat World messen kann.

Auch wenn letzterer Vergleich absurd klingt und das alles doch recht übertrieben klingt: Was "The Used" auf ihrem selbstbetitelten Debüt abziehen, ist teilweise Musikgewordene Emotion voller brennender Energie. Sänger Bert McCracken, liiert mit Kelly Osbourne und bald wohl im Fernsehen ungewollt omnipräsent, kann man um sein Organ nur beneiden, bzw. sich um selbiges sorgen. Auf der einen Seite beherrscht er geradezu beängstigende Schrei-und Hasstiraden problemlos ("Bulimic", "Say Days Ago"), in denen er kompromisslos Blut spuckt. Auf der anderen Seite mimt der 20-jährige Weirdo auch den Jim-Adkins-Harmonien-Verschnitt, der jedem Song einen melodischen und eingängigen Einschlag verpasst.

Von Freunden der ewigen Schubladen-Einordnung einzelnen Bands, war über "The Used" der neue Begriff "Screamo-Core" erdacht worden. Eine Art "schreiende" Abwandlung des Emocore? Dieser Begriff mag viele Songs der vier Amerikaner gut umschreiben, da z.B. beim fantastischen "The Taste Of Ink" ständig zwischen unwiderstehlichen Hooks und Schreieinlagen gewechselt wird. Und die ersten vier Songs kann man getrost als ordentliche Klatsche auf den Hintern der gesammelten Hardcore-Fraktion verstehen. Doch "The Used" können auch anders. Wunderschöne Balladen wie "Blue And Yellow" oder "On My Own" klingen wie die allerbesten Schmachtfetzen von Jimmy Eat World und wirken trotzdem nicht deplaziert.

Und so bleibt am Ende nur die Erkenntnis, dass "The Used" mit Zeilen wie "So here I am alive at last" klingen wie die Konsequenten Nachfolger der Generation X, dass ihre Musik sich auch nach exzessiven Durchhören kaum abnutzt, sondern sogar noch wächst. Ein echtes Hörerlebnis, vielleicht die perfekte Mischung aus dem Rock der 90er Jahre oder vielleicht ganz einfach die erste Marschrichtung für das neue musikalische Jahrzehnt. Für den Moment bleibt nur die Kaufempfehlung für ein hervorragendes Rockalbum, an das man sich hoffentlich noch lange erinnern wird.

Anspieltipps:

  • The Taste Of Ink
  • Buried Myself Alive
  • Blue And Yellow
  • On My Own
Dieser Artikel ging am um 17:45 Uhr online.
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