Bic Runga - Beautiful Collision - Cover
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Bic Runga Beautiful Collision


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Für den Großteil der Welt ist Neuseeland als Quelle musikalischer Kunst nahezu unbekannt. Man kennt die Gebrüder Neil und Tim Finn und deren Band Crowded House, aber das war’s dann in der Regel auch schon. Ein absoluter Geheimtipp der neuseeländischen Musikszene ist dagegen die 27-jährige Singer/Songwriterin Briolette Kahbic Runga, oder kurz Bic Runga. Die aus Christchurch, im Süden der Insel, stammende Tochter einer malaysischen Nachtclubsängerin begann schon in frühester Jugend mit dem Komponieren eigener Songs und zog im Alter von 18 Jahren in die Metropole Auckland, um dort einer Karriere als professionelle Musikerin nachzugehen.

Sie trug ihre Songs tagsüber in Cafés vor und arbeitete nachts an Demo-Tapes, die sie an Plattenfirmen verschickte. Ein Tape landete bei der neuseeländischen Dependance von Sony Music, das die junge Künstlerin im September 1995 unter Vertrag nahm. In der Folgezeit veröffentlichte das Label eine ganze Reihe Singles von Bic Runga, die sich allesamt als nationale Verkaufsschlager erwiesen. 1997 erschien Rungas Debütalbum „Drive“, das in ihrer Heimat mehrfach Platin bekam und mit allerlei Preisen ausgezeichnet wurde. Sukzessive brachte Sony Music „Drive“ auch in anderen Ländern heraus und schickte Bic Runga auf große Tournee. Im Jahr 2000 begannen die Aufnahmen zum Nachfolgealbum, die sich fast 2 1/2 Jahre hinzogen. Die Produktion fand in acht verschiedenen Studios statt und verschlang sage und schreibe 12 Toningenieure. Wie schon bei ihrem Debüt komponierte, textete und produzierte Bic Runga das gesamte Songmaterial ohne fremde Hilfe. Lediglich Michael Brauer (New Radicals, Coldplay, Rolling Stones) half beim Abmischen der Songs, von denen letztendlich 12 den Weg auf die Platte fanden. Das Album erhielt den Namen „Beautiful collision“ und kam am 01.07.2002 in Neuseeland auf den Markt. Es folgten Veröffentlichungen in Australien (im August) und den USA (Oktober). In Europa steht die Platte für das Frühjahr 2003 auf dem Programm.

Frau Runga präsentiert auf ihrer zweiten CD melancholischen Gitarren-Pop mit einem leichten Folk-Einschlag. Der Sound ist weitgehend akustisch gehalten und baut auf einer klassischen Instrumentierung aus Gitarre, Schlagzeug und Bass auf, die durch dezent eingesetzte Streicher-, Piano- und Orgelparts ergänzt wird. Bei „To be all and end all“ kommt sogar ein Banjo zum Einsatz, das der schon vom Grundsatz wunderschönen Komposition zusätzlich einen romantischen Western-Touch einhaucht. Dazu erhält Runga auf ihrem neuen Werk bei drei Stücken Unterstützung vom Kollegen Neil Finn, der als Co-Vocalist aushilft und einen schönen Kontrast zur lieblichen Stimme der Chanteuse bietet. Eröffnet wird die CD von „When I see you smile“. Ein Stück, das Bic Runga pur bietet. Nur mit ihrer Stimme und einer Akustikgitarre „bewaffnet“, spielt die Neuseeländerin einen traumhaft schönen Song, der von den Klängen asiatischer Musik beeinflusst ist. Danach folgt mit „Get some sleep“ ein locker flockiger Folksong mit den wohlig klingenden Akustikgitarren von Dave Dobbyn, Tim Arnold und Milan Borich. „Election night“ wartet mit diversen Samples, Drum-Loops und anderen Elektrospielereien auf, bis eine ungewöhnlich schnittige E-Gitarre den Refrain einläutet. Auf „Honest goodbyes“ bearbeitet Joey Waronker die Drums mit bedächtigem Beseneinsatz und schafft zusammen mit den perlenden Pianoparts und den zurückhaltenden Streichern eine einzigartige Bar-Atmosphäre. Dazu singt Bic Runga mit klarer, heller Stimme, die irgendwo zwischen Nina Persson (The Cardigans) und Björk wandelt.

Mit dieser Stilistik schafft es die Künstlerin während der gesamten Spieldauer die Spannung aufrecht zu halten. Denn obwohl die 12 Songs wie ein ruhiger Fluss dahingleiten, bieten sie genügend Abwechslung und musikalische Raffinessen, die die Platte für eine lange Zeit zu einem Stammgast im CD-Player machen dürfte. „Beautiful collision“ entfacht eine magische Atmosphäre, die extrem beruhigend auf den Hörer wirkt. Wie ein verregneter Sonntagnachmittag, den man gemütlich damit verbringt, das Spiel der Regentropfen an der Fensterscheibe zu beobachten, umschmeicheln einen die traumhaften Lieder Bic Rungas zwischen bitter-süß und zart-bitter, sodass es gar nicht mehr so schlimm ist, dass auf einen geruhsamen Sonntag ein stressiger Montag folgt.

Anspieltipps:

Beautiful ccollision
Honest goodbyes
When I see you smile
To be all and end all
Listening for the weather

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