Linkin Park - Meteora - Cover
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Linkin Park Meteora


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Meteora“ spricht den Hörer nicht an, läuft an ihm vorbei, ist „perfekte“ Musik für Millionen, die dann aber letztlich doch keiner braucht.

Das große Sterben der versammelten Nu-Metal-Gemeinde auf ihren Zweitlingen macht auch vor Linkin Park nicht ganz halt: „Meteora“ ist unverwechselbar Linkin Park, bietet aber eben auch so gut wie nichts Neues und erinnert teilweise in geradezu unverschämter Weise an das Debüt „Hybrid Theory“.

Dabei gibt sich das Sextett um Sänger Chester Bennington und den HipHop-Shouter Mike Shinoda doch alle Mühe, den Weg, den das musikalisch gefällige und vor allem unglaublich erfolgreiche Debütalbum „Hybrid Theory“ eingeschlagen hatte, nach dem grottigen Remix-Verbrechen „Reanimation“ konsequent weiterzugehen. Der Stil wurde nicht geändert: HipHop, meist in den Strophen, zum Besten gegeben von Mike Shinoda, wechselt sich mit melodiösen Gesangslinien in den Refrains ab. Das Ganze wird von Turntable-Gescratche und fett produzierten Gitarren ins Ziel gerettet. Ein Konzept, das vor allem dann aufging, wenn man Songs wie „In The End“ mit einem Piano anreicherte und sie so auf ein Level hievte, das sich sehen lassen konnte.

„Meteora“ liefert für fast jeden Song aus „Hybrid Theory“ ein entsprechendes Äquivalent, das aber leider nicht immer die hohe Qualität des "Vorbilds" zu erreichen vermag: Für „In The End“ die erste Single „Somewhere I Belong“, ein durchaus mitreißendes Stück, das Nu Metal in Reinkultur präsentiert. Für das pathetische „Crawling“ aus Album eins steht „Easier to run“, ebenfalls ein gefälliges Stück voller Melodie. Für das experimentelle „Cure For The Itch“, für viele Hörer des Debüts ein Verbrechen an der Musik, stehen hier gleich zwei Lieder: Das reine HipHop-Stück „Nobody’s Listening“ und die drumlastige „Session“, die – mit Verlaub – selbst auf einer B-Site deplaziert wirken würde.

Den Abschluss bildet mit „Numb“ ein emotionales, fast weinerliches Stück (oder sind das wirklich Emotionen? Oder am Ende doch Musik am Reisbrett?). Aber was am Ende bleibt, ist doch ein schaler Nachgeschmack. „Meteora“ ist für sich in Ordnung, bietet den Fans, was sie wollen, und führt das Linkin-Park-Konzept zur Perfektion. Während Bands wie „Crazy Town“ oder „Papa Roach“ auf ihren neuesten Album fast ausnahmslos Schiffbruch erleiden, zeigen „Linkin Park“ schon Steherqualitäten und beweisen in rasenden Songs wie „Faint“ ihre Top-Form. Aber wo Perfektion und Professionalität ganz nahe sind, geht ein Stück weit die Innovation und die Seele der Musik verloren. „Meteora“ spricht den Hörer nicht an, läuft an ihm vorbei, ist „perfekte“ Musik für Millionen, die dann aber letztlich doch keiner braucht.

Anspieltipps:

  • Somewhere I Belong
  • Easier To Run
  • Faint
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