Skunk Allstars - Bleeding Hearts And Smiling Faces - Cover
Große Ansicht

Skunk Allstars Bleeding Hearts And Smiling Faces


  • Label: Wolverine/SONY
  • Laufzeit: 52 Minuten
Artikel teilen:
4/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Skunk Allstars sind ein deutsches Ska-, Reggae-, Punk-Projekt mit Sitz in Köln, dessen beinahe unüberschaubare Besetzung musikalischen Vorbildern wie Sublime, Long Beach Dub Allstars, Mighty Mighty Bostones oder Less Than Jake nacheifert. Chef des Ganzen ist Sänger, Texter und Songschreiber Frank Liesener, der eine Schar von Freunden und Kollegen um sich versammelte, damit seine musikalischen Ideen und Intentionen adäquat vertont werden.

So geschehen auf dem „Bleeding hearts and smiling faces“ betitelten Debütalbum, das bereits im letzten Jahr für Furore in Kanada und den USA sorgte und nun auch in Deutschland, via Wolverine Records, einem aufstrebenden Independent-Label aus Düsseldorf, in die Plattenläden kommt. Das Album wurde unter Mithilfe des südafrikanischen Produzenten Wayne Harker, der auch gleich drei Songs beigesteuert hat, eingespielt und präsentiert 13 Songs, die in Anbetracht der mannigfaltigen Einflüsse aus Punk, HipHop, Raggae und Ska schier auseinander zu bersten drohen. Eine Vielseitigkeit, die durchaus zu honorieren ist, beim Hörer aber eher für Verwirrung sorgt. Hier werden Elemente verschiedenster Genres wild zusammengewürfelt, variiert und zurechtgebogen, dass es nur so kracht. Da darf dann auch mal im Stile von Seeed auf deutschen Sprechgesang umgeschaltet werden („Dubwar“), obwohl wir es im Grunde mit einer englischsprachigen Platte zu tun haben. Klar, so was sorgt natürlich für andauernde Abwechslung und klingt teilweise wie ein Party-Sampler, der allerdings auch mit partyähnlichen Nebenwirkungen verbunden ist: Schwindelanfälle und Kopfschmerzen. Doch das eigentliche Problem liegt woanders.

Abgesehen von der schwachbrüstigen Produktion aus seichten Bläsern, schwach groovenden Bässen und drucklosen Gitarren, aus denen auch die beste Musikanlage nicht mehr herausholt, fällt vor allem Frank Lieseners dünnes Stimmchen negativ auf. Egal, ob er sich an Rap, Ragga-Muffin-Knödeleien oder punkigen Brülleinlagen versucht, wahre Freude mag hier nicht aufkommen. So sehr sich Liesener auch durch die diversen Styles müht, er ist nicht in der Lage, echte Gefühle zu vermitteln. Dazu ist sein Organ einfach zu eindimensional. Dabei ist doch gerade Ska-Musik für ihren unerschöpflichen Fun-Faktor bekannt. Doch sei’s drum. In dieser Kombination ist aus den ganz passablen Kompositionen auf jeden Fall nicht mehr als ein Zweitligastatus herauszuholen.

„Bleeding hearts and smiling faces“ klingt nach Übungskeller-Niveau, was den Spaß an der Musik ganz schnell vertreibt. Sowieso gilt für das Album, dass der Hörer die genannten Musikstile grundsätzlich mögen sollte und trotzdem den Mut haben muss, einen bedingungslosen „Clash of styles“ über sich ergehen zu lassen. Wem dieses „Risiko“ 15 Euro wer ist, sollte sofort in die nächstgelegene Zweigstelle des Plattendealers seines Vertrauens stürmen. Alle anderen dürfen beruhigt die Finger von dem Silberling lassen, ohne etwas zu verpassen.

Anspieltipps:

  • Skin of a tear
  • Turn around
  • Stressed out
  • Dubwar
Neue Kritiken im Genre „Ska“
Diskutiere über „Skunk Allstars“
comments powered by Disqus