Headlong - Modern Sadness - Cover
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Headlong Modern Sadness


  • Label: Wolverine/SONY
  • Laufzeit: 34 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Flo von Schwarz ist hauptamtlicher Vorsteher der schwäbischen Power-Pop-Rocker von Pyogenesis („She makes me wish I had a gun“), wo er für Text, Musik und Produktion zuständig ist. Jetzt tut er sich auch als Produzent des Ruhrpott-Quartetts Headlong hervor, indem er deren Debütalbum „Modern sadness“ studiotechnisch betreute. Stellt sich nur die Frage, ob Herr von Schwarz die Newcomer produzierte, weil sie wie ein Ableger seiner eigenen Band klingen oder ob der gute Flo den Herren von Headlong schlicht und ergreifend seinen bevorzugten Sound auf den Leib schneiderte. Denn nach dem Hörgenuss des silbernen Rundlings steht außer Frage, dass „Modern sadness“ dem luftigen Power-Pop von Pyogenesis in keiner Weise nachzustehen braucht.

Die elf Songs des Albums wurden im alt-ehrwürdigen Woodhouse Studio in Hagen eingespielt, das seit 25 Jahren zu den ersten Adressen in Europa zählt und auf so illustre Gäste wie die Farmer Boys, Peter Maffay, Bela B, Tiamat oder Phillip Boa zurückblicken kann. Dabei haben sich die vier Burschen von Headlong, Duckie , Markus , Thorsten und Frank , Großes vorgenommen und streben internationalen Erfolg an. Die Produktion von „Modern sadness“ kann nämlich getrost als fett bezeichnet werden. Schlagzeug und Bass haben einen ordentlichen Wumms und auch die Gitarrenriffs sägen amtlich aus den Boxentürmen. Es werden also genau die Trademarks abgeliefert, die Musik dieses Genres benötigt, um den poppigen Melodien Nachdruck zu verleihen und gepflegtes Headbanging oder wildes Pogen nach sich zu ziehen. Wobei zu bemerken ist, dass die Ende 2000 gegründete Band von Anfang an auf professionelle Rahmenbedingungen setzte und ohne Plattenvertrag bereits rund 250 Liveshows im Vorprogramm von Bad Religion, 4Lyn, Farmer Boys, Scumbucket und Uncle Ho absolvierte. Durch den Deal mit Wolverine Records steht nun endlich auch das Plattendebüt von Headlong in den Läden, das in knackigen 34 Minuten unbeschwerte Rockmusik mit einer gepflegten Priese Pop präsentiert.

Zu den eingängigsten Songs des Albums zählen die erste Singleauskopplung „New horizon“, nachdem zuerst das nicht minder catchy ausgefallene „Free to be“ dafür vorgesehen war sowie die hymnische Power-Ballade „If I can’t change your mind“. Doch auch ungestüme Rocker wie „Bullet“ oder Nu Metal beeinflusste Stakkato-Groover wie „Saints“ wissen zu gefallen und machen „Modern sadness“ insgesamt zu einem kurzweiligen Vergnügen, das man so schnell nicht mehr aus dem CD-Player lassen möchte. Mit ein bisschen Glück und der richtigen Promotion, steht den Jungs aus dem Ruhrpott vielleicht schon bald eine Charts-Karriere ins Haus. An den Songs und dem Engagement der Band sollte es jedenfalls nicht scheitern.

Anspieltipps:

  • If I can’t change your mind
  • Wannabe parade
  • Marry me away
  • New horizon
  • Free to be
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