Theory Of A Deadman - Theory Of A Deadman - Cover
Große Ansicht

Theory Of A Deadman Theory Of A Deadman


  • Label: Roadrunner/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Tyler Connolly hat eine sehr prägnante Stimme, die wie geschaffen ist für eine Mischung aus harten Rocksongs und radiotauglichen Balladen.

Nickelback - Teil drei! Nachdem Chad Kroeger, seines Zeichens Songschreiber, Texter und Frontröhre des kanadischen Multisellers, bereits das Debütalbum seiner Kumpel von Default co-produzierte und so klingen ließ wie einen Klon seiner eigenen Band, sind jetzt die Herren von Theory Of A Deadman an der Reihe. Kroeger, der sich schon länger mit dem Gedanken trug, ein eigenes Plattenlabel zu gründen, bekam auf einer Aftershow-Party ein Demotape zugesteckt, auf dem die Musiker von Theory Of A Deadman, damals noch unter anderem Namen, selbstgeschriebene Songs zum Besten gaben. Als er die Kassette von Tyler Connolly (Vocals, Gitarre), Dave Brenner (Gitarre), Dean Back (Bass) und Tim Hart (Drums) sechs Monate später anhörte, war sie für ihn der Anstoß, die Idee mit dem Label ernsthaft in Angriff zu nehmen. Somit sind die vier Kanadier aus Vancouver das erste Signing auf Kroegers Label 604 Records, das er zusammen mit dem Rechtsanwalt Jonathan Simkin betreibt und seine Produkte im Vertrieb von Roadrunner Records (Universal) an den Mann bringt.

Während der Aufnahmesessions zum TOAD-Debüt, das von Chad Kroeger und Joey Moi in den Greenhouse Studios in Vancouver produziert wurde, hatte Kroeger den Auftrag angenommen, einen Song zum Spiderman-Soundtrack beizusteuern. Er stellte ein Team von Musikern zusammen, die den „Hero“ betitelten Song einspielen sollten. Mit dabei waren Saliva-Sänger Josey Scott, Schlagzeuger Matt Cameron (Pearl Jam, Soundgarden) und Tyler Connolly von TOAD, der, nebenbei bemerkt, ein wenig aussieht wie Glenn Huges, dem Biker der Village People. Somit war der Deal perfekt. Theory Of A Deadman steuerten noch den Song „Invisible man“ bei, der als B-Seite von „Hero“ und auf dem Soundtrackalbum verwendet wurde. Damit wurde bereits im Vorfeld heftigst Werbung für die Gruppe aus Kanada betrieben, die sich musikalisch in den Bereich Post Grunge/Alternative Rock einordnen lässt und artverwandte Musik zu Creed, Puddle Of Mudd und natürlich Nickelback macht.

Tyler Connolly hat eine sehr prägnante Stimme, die wie geschaffen ist für eine Mischung aus harten Rocksongs und radiotauglichen Balladen. Davon bieten Theory Of A Deadman insgesamt zehn Stück auf ihrem Debütalbum an, wobei das Übergewicht klar bei den härteren Tracks liegt. Bei eben jenen erkennt man auch, dass die Band in der Lage ist, äußerst griffige Riffs zu schreiben und einige ganz hervorragende Melodiebögen abzuliefern. Leider gelingt es den Kanadiern selten, einen kompletten Song auf höchstem Niveau durchzuhalten, geschweige denn, den Spannungsbogen über die gesamte Platte, die mit 37 Minuten zudem sehr kurz ausgefallen ist, zu halten. Dazu sind sich die Songs einfach zu ähnlich und liefern kaum Überraschendes. Struktur und Aufbau sind immer dieselben und werden mehr oder minder bis zum Erbrechen ausgeschlachtet. Das grenzt schon fast an Einfallslosigkeit und macht den Silberling zu keinem dauerhaften Hörvergnügen. Im Prinzip hat die Gruppe ihr durchaus vorhandenes Potenzial bereits nach den ersten drei, vier Songs verschossen. So weiß der Auftakt mit dem dampframmenartigen „Invisible man“ sehr zu gefallen, indem sich die tiefgestimmten Gitarren ein Feuerwerk mit den fett bollernden Bässe liefern und den Song wie einen 30-Tonnen-Truck über den Highway prügeln, oder wenn die erste Singleauskopplung „Nothing could come between us“ in bester amerikanischer Radio-Rock-Tradition bleischwer aus den Speakern perlt. Auch die Halbballade „Make up your your mind“ zählt zur Riege „hart aber eingänglich“ und „Point to prove“ ist ebenfalls ein feiner Rocksong. Doch danach wiederholt sich die Band nur noch selbst oder liefert eine Art Coverversion von Nickelback ab. Dass man damit trotzdem Erfolg haben kann, zeigen die Verkaufszahlen. So gab es in der Heimat bereits nach vier Wochen Gold für „Theory Of A Deadman“. Und wer weiß, was in Europa drin ist, wenn die Band in diesem Sommer sämtliche großen Festivals abgegrast hat.

Anspieltipps:

  • Invisible man
  • Any other way
  • Make up your mind
  • Nothing could come between us
Neue Kritiken im Genre „Rock“
7.5/10

Walk The Earth
  • 2017    
7/10

Moskau '77
  • 2017    
Diskutiere über „Theory Of A Deadman“
comments powered by Disqus